· Fachbeitrag · Umweltmanagementsysteme
Die neue ISO 14001:2026 präzisiert bisherige Anforderungen an Umweltmanagement und Wertschöpfungskette
von Ursula Katthöfer, Wissenschaftsjournalistin, Bonn (www.textwiese.com)
Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 wurde weiterentwickelt. Klimawandel, Biodiversität und Ressourcenzugang sind nun fest darin verankert. Die Lebenszyklusperspektive rückt in den Mittelpunkt des Umweltmanagements, sodass vor- und nachgelagerte Umweltwirkungen von der Ressourcenbeschaffung bis zur Entsorgung zu berücksichtigen sind. Ein neues Kapitel der ISO 14001 widmet sich ausschließlich dem Änderungsmanagement. Hier erfahren Sie, was sich für Ihr Unternehmen ändert.
1. Zeit für eine Revision
Am 15.4.26 erschien die ISO 14001:2026 (International Organization for Standardization, www.iww.de/s16028). Sie ersetzt die mehr als zehn Jahre gültige ISO 14001:2015. Die Revision wurde nötig, da die Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz weltweit steigen: Mittlerweile sind die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UN (www.iww.de/s16029), ebenfalls aus dem Jahr 2015, Grundlage vieler Entscheidungsprozesse. Auch die Gesetzeslage änderte sich. So gelten in der EU im Zuge des Green Deal (www.iww.de/s16030) für bestimmte Unternehmen Berichtspflichten nach der CSRD-Richlinie (www.iww.de/s16031). Auch sollen der Clean Industrial Deal (www.iww.de/s16032) und der Circular Economy Act (www.iww.de/s16033) das Wirtschaftswachstum ankurbeln.
Die neue Version der ISO 14001 betrifft alle Organisationen, die bereits nach ISO 14001 zertifiziert sind oder dieses anstreben. Besonders relevant ist sie für Unternehmen, deren Geschäft sich deutlich auf Klima und Umwelt auswirkt und die unter starkem regulatorischen Druck stehen, also bspw. Berichtspflichten erfüllen und Emissionsgrenzwerte einhalten müssen. Andererseits bietet die überarbeitete Norm die Chance, Umwelt- und Klimarisiken in die Unternehmensstrategie einzubeziehen, wenn es um Investitionsentscheidungen und innovative Konzepte geht. Denn Unternehmen, die ihr Umweltmanagement systematisch steuern, senken Risiken und steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit.
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