· Fachbeitrag · Klimaneutral, Net zero oder Klimapositiv?
Wie Unternehmen im Labyrinth der Öko-Label und der neuen Anti-Greenwashing-Regeln den Überblick behalten
von Claus Fesel, Senior Expert für Nachhaltigkeit, CSR-Manager, Professional Coach (DBVC) und Berater bei www.unoino.de, Nürnberg
Der Begriff „Klimaneutral“ prägt seit Jahren Werbung und Unternehmenskommunikation – doch mit der EmpCo‑Richtlinie (EU) 2024/825 geraten viele gängige Umweltversprechen nun zusätzlich unter rechtlichen Druck. Was bedeutet „Klimaneutral“ also nun konkret, und ist ein so bezeichnetes Produkt wirklich emissionsfrei? Welchen Siegeln kann man noch vertrauen? Sind sie ein echter Beitrag zum Klimaschutz oder ein rechtliches Risiko im Greenwashing-Dschungel? Gerade für Fach- und Führungskräfte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), in der Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung ist es entscheidend, die Begrifflichkeiten und Hintergründe zu verstehen, um Mandanten oder das eigene Unternehmen sicher durch regulatorische und kommunikative Herausforderungen zu steuern.
1. Mehr zur Begriffsklärung: Was bedeutet Klimaneutralität?
Klimaneutralität beschreibt einen Zustand, in dem menschliches Handeln keine Nettoauswirkungen auf das Klima hat. Das bedeutet: Alle verursachten Treibhausgasemissionen (THG) werden entweder vermieden, reduziert oder durch CO2-bindende Maßnahmen kompensiert. Die Definition ist damit in erster Linie bilanziell – und steht nicht für absolute Emissionsfreiheit. Doch die Begriffswelt ist komplex:
- Klimaneutral (carbon neutral): Die Netto-Emissionen eines Produkts, Unternehmens oder einer Aktivität betragen null. Dies geschieht meist durch Kompensation.
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