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  • · Fachbeitrag · Governance als Erfolgsfaktor

    Wie Unternehmen sich aktiv als nachhaltige Organisationen gestalten können

    Claus Fesel, Senior Expert für Nachhaltigkeit, CSR-Manager, Professional Coach (DBVC) und Berater bei www.unoino.de, Nürnberg

    Obwohl Nachhaltigkeit längst in der Mitte der Wirtschaft angekommen ist, bleibt sie in vielen Unternehmen ein Nebenthema, das parallel zum Tagesgeschäft läuft: eine Energieinitiative hier, ein Lieferantenfragebogen dort, ein kommunikativ aufbereiteter Bericht am Jahresende. In dieser Konstellation entfaltet Nachhaltigkeit jedoch nur begrenzt Wirkung. Entscheidend wird sie erst, wenn sie aktiv geführt wird. Genau hier setzt Governance an – als Rahmen, der Orientierung gibt, Verantwortlichkeiten ordnet und langfristige Ziele mit täglichem Handeln verbindet.

    2. Was nachhaltige Organisationen ausmacht

    Eine nachhaltige Organisation versteht Wertschöpfung nicht nur als finanzielles Ergebnis, sondern als Zusammenspiel ökonomischer Stabilität, ökologischer Verantwortung und sozialer Fairness. Unternehmen, die diesen Anspruch verfolgen, formulieren i. d. R. einen klaren Zweck, der über Gewinnmaximierung hinausgeht. Dieser „Purpose“ dient nicht als Werbebotschaft, sondern als Kompass für Entscheidungen: vom Produktdesign über den Einsatz von Ressourcen bis zur Personal- und Standortstrategie. So wird deutlich, wofür das Unternehmen steht und welchen Beitrag es zu Wirtschaft und Gesellschaft leisten will.

     

    Kennzeichnend ist zudem eine integrierte Steuerung der wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen. Daten zu Emissionen, Energieverbrauch, Ressourcenflüssen, Arbeitsbedingungen oder Menschenrechten sind keine isolierten Informationsinseln, sondern Teil desselben Steuerungs- und Reportingkreislaufs wie finanzielle Kennzahlen. Sie werden systematisch erhoben, bewertet, mit Zielen hinterlegt und regelmäßig berichtet. Eine nachvollziehbare Governance mit klaren Zuständigkeiten sorgt dafür, dass diese Informationen nicht zufällig genutzt werden, sondern systematisch in die Unternehmensführung, d.h. in Planung, Investitionen und Risikoentscheidungen einfließen.