· Fachbeitrag · Das Potenzial von ESG-Software unter der Transformationslupe
Was kann ESG-Software wirklich leisten und was bleibt (noch) Utopie?
von Carolin Rautenberg, ESG- und Nachhaltigkeitsexpertin, spezialisiert auf ESG-Software und digitale ESG-Managementsysteme, Hochschule Anhalt, Co-Founderin The Green Bang GmbH
Spätestens seit Einführung der CSRD im Jahr 2022 führt kein Weg mehr an ESG-Software vorbei. Sie hat den Markt geradezu überrollt. Mehr als 200 Anbieter bedienen heute alle Unternehmensgrößen – von kleinen Betrieben bis zu Konzernen, ob für Lieferketten, Reporting oder spezielle Branchenlösungen: Die Vielfalt an Technologien ist enorm. Zwar setzt nach dem Omnibusverfahren eine Konsolidierung ein, doch bleibt der Markt für digitale ESG-Datenlösungen weiter in Bewegung ( www.iww.de/s15410 ). Um zu verstehen, was hinter dem Boom steckt, lohnt der Blick in Forschung und Praxis: Wie sind diese Systeme entstanden? Welche Wirkung entfalten sie im Unternehmen? Und welches Potenzial steckt in ihnen für die nachhaltige Transformation?
1. Von der Berichtspflicht zum ESG-Softwaremarkt
Wie die Einleitung schon zeigt, ist die regulatorische Landschaft nach wie vor der Haupttreiber der ESG-Softwareentwicklung. Dabei sind die ESG-Tools kein neues Phänomen. Schon vor Einführung der CSRD trieben Vorgaben wie die NFRD (Non-Financial Reporting Directive), CDP (Carbon Disclosure Project) oder GRI (Global Reporting Initiative) das Thema Nachhaltigkeitsreporting voran – allerdings ohne einheitliche Standards für Daten und Prozesse. Erst mit CSRD und ESRS – und der Pflicht, nichtfinanzielle Kennzahlen im Lagebericht zu berichten und prüfen zu lassen – entstand ein klar erkennbarer Markt für ESG-Software.
In der übergeordneten Ebene des European Green Deal liegt die CSRD auf Kurs mit der digitalen EU-Agenda 2030. Diese verlangt maschinenlesbare Nachhaltigkeitsberichte. Das Omnibusverfahren hat zwar Datenpunkte gekürzt, gleichzeitig steigen Anforderungen an Datenqualität und Rückverfolgbarkeit.
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