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  • · Fachbeitrag · Investitionsrechnung

    Großgeräte-Investitionen sicher bewerten und beraten

    von Prof. Günter Stephan, ehem. Hochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Baden-Württemberg, Kehl, stephan@hs-kehl.de

    Ob Röntgenanlage oder MRT: Großgeräte-Investitionen in der Radiologie binden erhebliche Kapitalmengen und entscheiden über die Wirtschaftlichkeit einer Praxis. Doch welche Methode zeigt zuverlässig, ob sich die Anschaffung wirklich lohnt? Dieser Beitrag vergleicht zwei zentrale Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung – praxisnah, nachvollziehbar und mit konkreten Zahlenbeispielen für die Beratung.

    1. Dynamische Investitionsrechnung

    Investitionsentscheidungen – etwa die Anschaffung medizinischer Großgeräte – erfordern eine fundierte wirtschaftliche Bewertung. Die dynamische Investitionsrechnung berücksichtigt dabei Zins- und Zinseszinseffekte über die gesamte Nutzungsdauer und ermöglicht so realistische Aussagen zur Wirtschaftlichkeit. Zwei etablierte Verfahren stehen hierfür zur Verfügung: die Interne-Zinsfuß-Methode, die die tatsächliche Rendite einer Investition ermittelt, und die Annuitätenmethode, die ungleichmäßige Zahlungsströme in vergleichbare, gleichbleibende Jahresbeträge überführt. Beide Methoden werden im Folgenden anhand eines Praxisbeispiels aus der Radiologie erläutert.

    2. Interne-Zinsfuß-Methode als dynamische Methode der Investitionsrechnung

    Für Investitionsrechnungen wird oft die interne Zinsfuß-Methode verwendet. Man bezeichnet die Rendite bzw. Effektivverzinsung, die eine Investition erbringt, als internen Zinsfuß. Dieser Zinssatz wird i. d. R. mit der Mindestverzinsungsanforderung verglichen, die der Investor (hier die radiologische Praxis) an die Investition stellt. Wenn der interne Zinsfuß (r) über dieser Mindestverzinsungsanforderung liegt, dann ist die Investition vorteilhaft. Die Mindestverzinsungsanforderung stellt i. d. R. die Verzinsung dar, die am Kapitalmarkt mit den eingesetzten Mitteln zu erreichen ist.