· Fachbeitrag · Betriebswirtschaft trifft Zahnmedizin
Gute Mitarbeitende finden und binden
von StB Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff, Köln, www.bischoffundpartner.de
Zahnarztpraxen sind ein bedeutender Arbeitgeber in Deutschland. Sie beschäftigen rd. 300.000 Mitarbeitende und bilden rd. 28.000 Azubis aus. Sie leiden stark unter dem Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung. Und: Leider verspricht der Stellenabbau in der Industrie keine Entlastung, denn eine Praxis kann schwerlich einen Stahlarbeiter oder Monteure vom Fließband in der Praxis einstellen. Gute Mitarbeitende in diesen Zeiten an sich zu binden und neue Kräfte anzuwerben, wird zunehmend zur Herausforderung.
1. Arbeitgeber auf einem Bewerbermarkt
Seit einigen Jahren schon ist der Bewerbermarkt im Wandel. Besonders in Ballungsräumen und in jungen Praxen sowie Großpraxen sind gute Bewerbungen knapp. Zahnärzte und Zahnärztinnen müssen sich zunehmend aktiver um Kandidaten bemühen. Praxen „bewerben“ sich immer stärker bei Kandidaten, suchen beispielsweise in Karrierenetzwerken im Internet und versuchen, dort Kandidaten auch direkt anzusprechen. Auf einem Arbeitsmarkt, auf dem qualifizierte Fachkräfte zwischen zahlreichen Praxen wählen können, reicht es oft nicht mehr aus, nur Anzeigen zu schalten und auf Bewerbungen zu warten. Dennoch: 40 % der befragten teilnehmenden Zahnärztinnen und Zahnärzte der Veranstaltung „BWL trifft Zahnmedizin 2.0“ vom 13.1.26 gaben an, noch den traditionellen Weg über die Anzeige zu gehen. Hoch im Kurs sind auch persönliche Empfehlungen: 32 % der Befragten erkundigen sich im eigenen Praxisteam und bei Patientinnen und Patienten, ob sich potenzielle Kandidaten in deren Freundes- und Bekanntenkreis befinden. Noch unterrepräsentiert, aber zumindest auf dem Vormarsch ist die aktive Suche seitens der Praxen, vor allem online. Über 20 % hoffen, im Internet künftige Mitarbeitende zu finden.
2. Arbeitgeberattraktivität
Gelingt es, einen Kontakt herzustellen, so informieren sich die meisten Kandidaten über die Praxiswebsite (oder bei größeren Praxen über eine zusätzliche Karriereseite) und nehmen darüber auch Kontakt auf. Je niedrigschwelliger die Kontaktaufnahme und je weniger komplex der Bewerbungsprozess für den Kandidaten, desto wahrscheinlicher kommt eine Bewerbung. Je individueller die Ansprache, desto größer die Resonanz.
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