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01.01.2005 | Kapitallebensversicherung

Details zur neuen Steuerpflicht

von Diplom-Finanzwirt Robert Kracht, Bonn

Seit Jahresbeginn gelten für neu abgeschlossene Lebensversicherungen andere Spielregeln. Das ist allgemein bekannt. Jetzt hat das Bundesfinanzministerium (BMF) die neuen Regeln konkretisiert (Schreiben vom 25.11.2004, Az: IV C 1 - S 2252 - 405/04; Abruf-Nr. 043022). Eines zeigt sich: Die Rendite schrumpft immens. Nachfolgend lesen Sie, wie Sie und Ihre Kunden ab sofort rechnen müssen.

Neue Gesetzeslage

Neu seit 2005: Kapitalerträge aus Lebensversicherungen mit Sparanteilsind grundsätzlich als Kapitaleinnahme voll steuerpflichtig. Ausnahme: Nurdie Hälfte des Ertrags ist zu versteuern, wenn

  • die Police mindestens zwölf Jahre läuft und
  • der Versicherte bei Auszahlung mindestens 60 Jahre alt ist.
    Kapitalerträge

    Der Kapitalertrag ist der Unterschied zwischen Versicherungsleistung (dem Auszahlungsbetrag) und der Summe der geleisteten Beiträge (§ 20 Absatz 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz [EStG]).

    Beispiel

    Ein 32-Jähriger schließt 2005 eine LV ab. Er zahlt monatlich 200 Euro. Die prognostizierte Rendite beträgt 4,8 Prozent, die Laufzeit 20 oder 30 Jahre. Es ergibt sich folgende Nettorendite, wenn er 80.000 Euro sonstiges steuerpflichtiges Einkommen hat (Grundtabelle 2005; alle Zahlen in Euro):

    Laufzeit20 Jahre
    (Alter 52)
    30 Jahre
    (Alter 62)
    Derzeit prognostizierte Auszahlung82.200162.700
    ./. Summe der geleistete Beiträge./. 48.000./. 72.000
    = Steuerpflichtige LV-Einnahmen
    (zu 100 oder 50 %)
    34.20045.350
    (= 0,5 x 90.700)
    + Übriges steuerpflichtiges Einkommen+ 80.000+ 80.000
    = Zu versteuerndes Einkommen114.200125.350
    Einkommensteuer (Grundtabelle 2005)40.05044.733
    ./. Steuer auf übriges Einkommen./. 25.686./. 25.686
    = Steuer auf LV14.36419.047
    Nettobetrag19.83671.653

    Bei der Laufzeit von 20 Jahren muss der Steuerpflichtige seine LV-Einnahmen voll versteuern. Ihm bleiben 19.836 Euro nach Steuern. Das ist eine Rendite von 2,07 Prozent. Bei der Laufzeit von 30 Jahren ist nur die Hälfte der LV-Einnahmen von 90.700 Euro steuerpflichtig. Die Rendite erhöht sich auf 3,31 Prozent (= [71.653 : 72.000] : 30).

    Nicht anzusetzende Risiken

    Werden weitere Risiken wie Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit abgesichert, bleiben die hierauf entfallenden Beiträge unberücksichtigt, so das BMF. Mit anderen Worten: Sie dürfen nicht abgezogen werden, der steuerpflichtige Differenzbetrag wird größer.

    Beispiel

    Von den Prämien entfallen im Ausgangsfall monatlich 12 (Laufzeit 20 Jahre) bzw. 23 Euro (Laufzeit 30 Jahre) für die Risiken Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit. Berücksichtigt werden nur 188 bzw. 177 Euro bei der Summe der geleisteten Beiträge.

    Derzeit prognostizierte Auszahlung82.200162.700
    ./. Berücksichtigte Beiträge./. 45.120./. 63.720
    Steuerpflichtige LV-Einnahmen37.08049.490
    + Übriges steuerpflichtiges Einkommen80.00080.000
    = Zu versteuerndes Einkommen117.080129.490
    Einkommensteuer (Grundtabelle 2005)41.25946.471
    Mehrbelastung gegenüber Ausgangsfall1.2091.738
    Nettobetrag18.62769.915
    Rendite nach Steuern1,94 %3,23 %

    Die steuerpflichtigen Einnahmen erhöhen sich - die Nettorendite schrumpft auf 1,94 bzw. 3,23 Prozent (= [69.915 : 72.000] : 30).

    Wichtig: Die vorgenannten Grundsätze gelten entsprechend auch für die Erträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen.

    Fälligkeit der Steuern
  • Fällig ist die Einkommensteuer, wenn die Kapitallebensversicherung im Erlebensfall fällig ist oder wenn sie frühzeitig aufgelöst und daher vorzeitig rückgekauft wird.
  • Zahlt die Versicherung dagegen im Todesfall, unterliegt dies nicht der Einkommen-, wohl aber der Erbschaftsteuer.
  • Bei der Auszahlung fällt auf die Erträge eine 25-prozentige Kapitalertragsteuer an (§ 43 Absatz 1 Nummer 4 EStG ).
  • Die Prämien auf die seit 2005 abgeschlossenen Lebensversicherungen sind keine Sonderausgaben.
  • Dafür sind weder Mindesttodesfallschutz noch laufende Beitragsleistungen erforderlich.
    Quelle: Ausgabe 01 / 2005 | Seite 16 | ID 98493