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·Fachbeitrag ·Das Interview aus der Praxis für die Praxis

„Mit unserem Praxisvideo wollen wir den Patienten einen persönlichen Eindruck von uns vermitteln“

| Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Per Smartphone klickt man sich von überall schnell ins Netz und holt sich die gewünschten Informationen. Diese sollten möglichst leicht erfassbar sein. Im Internet werden Videos häufiger angeklickt und länger angeschaut als Texte. Wie können Zahnarztpraxen diesen Trend nutzen? Darüber sprach PPZ-Autorin Anna Schmiedel mit dem Düsseldorfer Zahnarzt Dr. Martin Hilger. Er hat ein professionelles Praxisvideo drehen lassen, das auf seiner Homepage 
www.dr-hilger.net und auf YouTube zu sehen ist. |

 

 

© Fotos des Beitrags: Ansgar Bolle, multimediadesign.net

Redaktion: Herr Hilger, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Video von Ihrer Praxis drehen zu lassen?

 

Dr. Martin Hilger: Im letzten Jahr habe ich meine Praxis umfangreich umgebaut und modernisiert. Im Zuge dessen haben wir auch ein neues Praxislogo und eine neue Homepage entwickelt. Gleichzeitig entstand die Idee, ein Video zu produzieren. Damit wollten wir den Patienten, die sich unsere Homepage anschauen, einen persönlichen Eindruck von uns vermitteln.

 

Redaktion: Ihr Video ist sehr professionell gemacht und unterscheidet sich in der Qualität von vielen anderen Videos. Was haben Sie anders gemacht?

 

Dr. M. Hilger: Ganz einfach - ich habe jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Ohne Profis lässt sich so ein Video nicht machen, genauso wenig wie eine gute Homepage. Analysen zeigen, dass die Nutzer maximal zwei bis drei Minuten auf einer Internetseite bleiben. Sie schauen kurz und wenn es nicht interessant erscheint, klicken sie sofort weiter. Unser Video, das vom Medienbüro Müller-Bringmann aus Mönchengladbach produziert wurde, ist 3,46 Minuten lang. Diese Zeit reicht, um einen guten Eindruck von uns als Menschen und unserer Praxis zu vermitteln. Wir haben bewusst auf Behandlungs-Szenen und fachliche Erläuterungen verzichtet. Vielmehr wollten wir menschlich rüberkommen. Dafür muss man sich öffnen und ein wenig von sich selbst erzählen.

 

Redaktion: Gab es zu dem Video ein Drehbuch?

 

Dr. M. Hilger: Der Chef des Medienbüros, Kaspar Müller-Bringmann, hat die komplette Entwicklung des Videos begleitet. Er hat übrigens viele Jahre für den WDR gearbeitet und kennt sich im Fernsehbereich bestens aus. Wir wollten keine bunten Bilder aneinanderreihen, sondern eine Geschichte erzählen. So sieht man in unserem Video eine Patientin, die in die Praxis kommt und die einzelnen Stationen der Praxis durchläuft: von der Anmeldung über die Begleitung ins Behandlungszimmer, die Untersuchung, die PZR, die Beratung für Zahnersatz bis hin zur Verabschiedung. Ein Drehbuch gab es nicht. Uns war wichtig, möglichst authentisch rüberzukommen - so wie wir im Alltag auch sind. Das Video wirkt wie ein Fernsehbeitrag und nicht wie ein Werbefilm. Ich glaube, das macht die Sympathie des Videos aus, dass es so natürlich ist.

 

Redaktion: Sie zeigen unter anderem Ihren Hygieneraum. Wozu?

 

Dr. M. Hilger: Es geht in dem Video darum, das Vertrauen des Patienten für uns zu gewinnen. Dabei spielt die Hygiene eine wichtige Rolle. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir alle Hygiene-Richtlinien umsetzen. Für den Patienten ist es nicht unbedingt so klar.

 

 

 

Redaktion: Wie viel Zeit hat diese Videoproduktion in Anspruch genommen?

 

Dr. M. Hilger: Für den Dreh haben wir uns rund vier Stunden Zeit genommen. Manche Szenen mussten wir mehrmals drehen. Aber alles in allem hat das reibungslos geklappt.

 

Redaktion: Aus vier Stunden Dreharbeit wurde dann ein dreiminütiges Video?

 

Dr. M. Hilger: Ja, so ist es. Die Kunst ist es ja, aus dem gesamten Filmmaterial ein tolles Video zusammenzuschneiden. Das unterscheidet dann den Profi vom Amateur. Ein Video in einer guten Qualität zu drehen, kann heute fast jeder. Die entsprechende Nacharbeit, also der Schnitt, und ein professioneller Sprecher machen aber im Ergebnis einen wesentlichen Unterschied.

 

Redaktion: Welche Reaktionen auf das Video bekommen Sie?

 

Dr. M. Hilger: Das Video wurde bei YouTube innerhalb eines Jahres bereits 2.250 mal angeklickt. Das finde ich schon sehr beachtlich.

 

Redaktion: Glauben Sie, dass durch das Video mehr neue Patienten zu Ihnen kommen?

 

Dr. M. Hilger: Durch die Auswertung unserer Anamnesebögen wissen wir, dass die meisten Patienten unsere Praxis aufgrund von Empfehlung aufsuchen oder weil sie uns im Internet gefunden haben. Diejenigen, die uns imNetz gefunden haben, werden sicher zum Teil auch das Video gesehen haben. Sie erwähnen das jedoch nicht explizit und wir fragen nicht danach. Die Intention des Videos war auch nicht die Gewinnung neuer Patienten. Ich verstehe es als einen Baustein in der Außendarstellung unserer Praxis. Wie die einzelnen Bausteine wirken und was letztlich den Ausschlag dafür gibt, dass sich ein Patient für uns entscheidet, kann meiner Meinung nach nicht festgestellt werden.

 

Redaktion: Wie fand Ihr Team die Idee, das Video zu drehen?

 

Dr. M. Hilger: Die Idee wurde von allen sehr positiv aufgenommen. Am Anfang tat sich die eine oder andere Mitarbeiterin etwas schwer, vor der Kamera zu agieren. Sich selbst auf einem Video zu sehen, ist immer etwas herausfordernd. Aber letztendlich sind sie alle über ihren Schatten gesprungen und es war eine tolle Teamerfahrung, die Spaß gemacht hat.

 

Redaktion: Darf ich Sie fragen, was ein solches Video kostet?

 

Dr. M. Hilger: Das kommt natürlich immer auf den Aufwand und den Drehort an. In meinem Fall waren es rund 1.900 Euro.

 

Redaktion: Sind Sie mit Ihrer Praxis in sozialen Netzwerken aktiv?

 

Dr. M. Hilger:Ja, seit diesem Jahr sind wir auf Facebook präsent. Dabei war ich überrascht, welche Wirkung manche Postings erreichen können. Vor einigen Wochen hat auch mir ein bekannter Kaffeeröster eine Partnerschaft angeboten. Diesen Brief haben wir gepostet und dazu geschrieben: „Nein, wir werden kein Partner von Tchibo! Wir setzen weiterhin auf Qualität ‚Made in Germany‘ und sichern damit Arbeitsplätze in Deutschland“. Obwohl wir bis jetzt erst rund 60 Fans haben, wurde mein Beitrag von über 250 Nutzern gelesen. Das zeigt mir, dass man mit diesem Medium schnell und unkompliziert viele Leute erreichen kann, wenn man interessante Inhalte postet.

 

Redaktion: Welche Maßnahmen ergreifen Sie noch, um Nutzer auf Ihre Homepage aufmerksam zu machen?

 

Dr. M. Hilger:Wir haben einen QR-Code auf dem Praxisschild. Mit wenig Aufwand haben wir so einen weiteren kleinen Baustein in der Außendarstellung. Im Übrigen haben wir darauf geachtet, dass unsere Homepage auf allen Endgeräten dargestellt wird. Wer mit seinem Smartphone auf unsere Homepage geht, bekommt das gleiche Bild wie derjenige am PC-Bildschirm.

Quelle: Ausgabe 10 / 2013 | Seite 6 | ID 42314883