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05.05.2011 | Leserforum

Auf keinen Fall Reinigungstabletten für die Pflege von herausnehmbarem Zahnersatz?

Frage: „In „Praxisteam professionell“ Nr. 12/2010 weisen Sie in dem Beitrag „Häusliche und professionelle Prothesenpflege richtig vermitteln“ darauf hin, dass spezielle Reinigungstabletten zur Reinigung von herausnehmbarem Zahnersatz nicht erforderlich sind. Mein Chef sagt den Patienten immer, sie sollen auf keinen Fall Reinigungstabletten benutzen. Tabs würden den rosafarbenen Kunststoff - das Prothesenzahnfleisch - ausbleichen und porös machen. Unsere Reinigungskraft benutzt die Tabs, um die Toilette zu reinigen - das funktioniert richtig gut. Gibt es andere Produkte, die schonender sind und dem Patienten vorbehaltlos empfohlen werden können?“  

 

Antwort: Clevere Reinigungskraft! Prothesenreinigungstabs sind auch bei stark verschmutztem Geschirr eine echte Alternative. Die Sachen werden wie neu und unschöne Verfärbungen sowie Anlagerungen gehen toll weg. Damit wird klar: Bei harten und glatten Oberflächen wie Porzellan und Glas verursachen die Tabs keinen Schaden - anders bei dem relativ weichen Prothesenkunststoff. Dieser wird bei häufigerer Benutzung der Reinigungstabs ausgelaugt, die Oberfläche wird rau und der Kunststoff verliert seine Farbe.  

 

Das liegt an den relativ aggressiven Bestandteilen der Reinigungstabletten. Da sind vor allem die Tenside, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen. Dadurch werden die Beläge von der Prothese abgehoben und in der Lösung gehalten. Polyphosphate enthärten das Wasser. Aus Natriumperoxoborat wird aktiver Sauerstoff freigesetzt, der eine keimtötende Wirkung hat. Eine saure Reinigungslösung soll die Anlagerung von Zahnstein verringern. Dazu werden den Reinigungstabletten organische Säuren zugesetzt - wie Zitronen- oder Ameisensäure. Der Sprudeleffekt unterstützt die chemische Reinigungswirkung. Er begünstigt die mechanische Ablösung von weichen Anhaftungen an der Prothese.