· Fachbeitrag · Kommunikationstechnik
Hilfsmittel der Praxiskommunikation: Pager und E-Mail
von Marie Reiter, MFA, Düsseldorf, www.deinberichtsheft.de
| Das Mobiltelefon hat die Möglichkeiten der Telefonanlage einer Arztpraxis deutlich erweitert - zum Beispiel bei Hausbesuchen (siehe PPA 09/2015, Seite 14 ). Dennoch sind dem Mobiltelefon Grenzen gesetzt - sei es durch Funklöcher, Interferenzen mit medizinischen Geräten oder dadurch, dass man per Telefon nicht mehrere Teilnehmer gleichzeitig erreichen kann. Der effiziente Einsatz von Pager und E-Mail kann diese Grenzen überwinden. |
Der Pager: unabhängig vom Mobilfunknetz
Ein Pager ist ein Funkmeldeempfänger, der auch außerhalb der Praxis (zum Beispiel auf Hausbesuchen) genutzt werden kann. Das Gerät kann Text-Nachrichten, Nachrichten aus Ziffern und Ton-Nachrichten empfangen. Allerdings können Pager keine Nachrichten versenden.
|
|
Nutzen für den Arzt und Kosten
Gerade für den Arzt hat der Pager den entscheidenden Vorteil, dass er überall eingeschaltet bleiben darf. So ist zum Beispiel ein niedergelassener Gynäkologe, der im Krankenhaus als Belegarzt beschäftigt ist, auch dort für sein Praxisteam in dringenden Fällen erreichbar.
Um den Funkdienst zu nutzen, wird eine feste monatliche oder jährliche Rate gezahlt (die Buchung von kostenpflichtigen Zusatzdiensten ist möglich). Die jährlichen Kosten beim Marktführer reichen von 83 bis 177 Euro (mehr dazu unter www.emessage.de).
Der Pager als Instrument der Patientenbindung
Bei ungeplanten Wartezeiten ist es für manche Patienten sinnvoll, wenn sie die Praxis für persönliche Erledigungen noch einmal verlassen können. Mit einer speziellen Pager-Anlage, genannt „Doctor’s Call“, lassen sich Wartezeiten effektiv nutzen. Dabei erhält der Patient für seine Abwesenheit von der Praxis einen Pager. Wenn er wieder in die Praxis zurückkommen soll, wird er per Knopfdruck benachrichtigt. Für den behandelnden Arzt entstehen ganz neue Handlungsspielräume: So können Notfälle und eilige Patienten vorgezogen werden, ohne dass sich andere Patienten zurückgesetzt fühlen. Die Technik entlastet die Rezeptionskraft und verschafft der Praxis ein innovatives Image.
PRAXISHINWEIS | Die Variante „Doctor‘s call“ eignet sich nur für größere Praxen in einem Umfeld, in dem Patienten auch persönliche Dinge erledigen können. Auch sollte die Möglichkeit für Patienten, die Praxis auf Abruf zu verlassen, kein Grund sein, das Terminmanagement der Praxis zu vernachlässigen (siehe PPA 07/2015, Seite 9). |
Die Version „Doctor’s call“ umfasst eine Basisstation und bis zu fünf Endgeräte. Zur größeren Version „Doctor‘s call plus“ gehören mindestens eine Basisstation und bis zu 99 Pager. Außerdem kann eine direkte Verbindung mit der jeweiligen Patientenverwaltungssoftware programmiert werden.
Schnell und lautlos: E-Mails zeitsparend nutzen
Wichtige, aber nicht dringende Informationen lassen sich am besten per E-Mail bei Gelegenheit weitergeben. Da E-Mails heute überall zum Berufsalltag gehören, beschränken sich die folgenden Ausführungen auf zwei Sonderfunktionen. Allgemeine Hilfestellung zum Schreiben und Versenden von E-Mails finden Sie in PPA 01/2012, Seite 5.
Antworten automatisch an andere E-Mail-Adressen weiterleiten
Die Weiterleitung von Antworten können Sie gut zur Zeitersparnis nutzen, wenn Sie im Auftrag anderer kommunizieren. Sie funktioniert natürlich nur dann, wenn derjenige, der sie mit der E-Mail beauftragt, einen eigenen PC mit Internetanschluss und einen eigenen E-Mail-Account besitzt.
|
Hausarzt Dr. Müller bittet die Rezeptionskraft Sabine, die Fachärztin Dr. Meier in einer dringenden Angelegenheit per E-Mail zu kontaktieren. Da es sehr eilt, fragt Herr Dr. Müller alle zehn Minuten nach, ob Frau Dr. Meier schon geantwortet hat. Damit Sabine nicht ständig ihre Arbeit unterbrechen muss, tut sie Folgendes:
Sobald Frau Dr. Meier nun auf die E-Mail antwortet, wird ihre Antwort gleichzeitig an Sabine und an Herrn Dr. Müller weitergeleitet. So kann sich Sabine auf ihre Arbeit konzentrieren, während Herr Dr. Müller beruhigt sein kann, dass Frau Dr. Meiers E-Mail auch wirklich bei ihm ankommt. |
Mehrere E-Mails auf einmal versenden
Wenn Sie viele wichtige E-Mails an mehrere Adressaten weiterleiten wollen, reicht dafür eine einzige E-Mail aus. Diese Funktion ist aber nur dann sinnvoll, wenn alle Kollegen einen eigenen PC-Arbeitsplatz mit E-Mail Account haben.
|
Die Sommerferien sind vorbei und MFA Tina soll nun ihre Kolleginnen über die wichtigste E-Mail Korrespondenz informieren. Um sich die Arbeit zu erleichtern, nutzt Tina dafür eine einzige E-Mail:
|
Mobiltelefon - Pager - E-Mail: ein Vergleich
Jede Form der Praxiskommunikation hat Vor- und Nachteile. Wählen Sie die Kommunikationsmedien aus, die am besten zu Ihrer Praxis passen.
| ||
Vorteile | Nachteile | |
Mobiltelefon |
|
|
Pager |
|
|
|
| |
Hinweis | Zum Schutz sensibler Daten bietet sich für (Tablets, Laptops) ein separates Mobilfunknetz als Online-Zugang an. Dabei wird allein die SIM-Karte als Zugang zum Internet verwendet, während der Anschluss an das LAN-Netz der Praxis komplett untersagt bleibt! So bleiben die sensiblen Praxis-Daten vor Angriffen geschützt, während die Mobilität der Endgeräte weiterhin gewinnbringend genutzt werden kann.