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Hilfsmittel der Praxiskommunikation: Telefonanlage und Smartphone
von Marie Reiter, MFA, Düsseldorf, www.deinberichtsheft.de
| Die Zeit, in der Telefonanlagen nur zum Telefonieren gedacht waren, ist lange vorbei. Der DSL-Anschluss, der weitere technische Möglichkeiten bietet, verdrängt das ISDN zunehmend auch aus der Arztpraxis: Telefone übernehmen heute Sprachansagen im Wartezimmer, die Steuerung der Haustechnik und zahlreiche weitere Funktionen. Worauf es beim Kauf einer modernen Telefonanlage ankommt und wie auch das eigene Smartphone zum Praxistelefon wird, zeigt Ihnen PPA im folgenden Beitrag. |
Die Telefonanlage: Darauf sollten Sie beim Kauf achten
Bis Ende des Jahres 2018 sollen alle Telefonanschlüsse auf „Voice-over-IP“ oder kurz: „VoIP“ (einfach gesagt: Digitales Telefonieren über DSL) umgestellt werden. Als Laie können Sie die Installation einer solchen Telefonanlage nicht selbst vornehmen. Die Nutzung von IP-Telefonie müssen Sie zunächst mit dem jeweiligen Provider (Telekom, Vodafone, O2, etc.) abklären. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, das Verkaufsgespräch zielführend und wirtschaftlich sinnvoll abzuschließen, indem Sie vorher grundlegende Fragen klären.
Checkliste / Kauf einer VoIP-Telefonanlage |
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Hinweis I Sogenannte „CTI-Telefonanlagen“ (Computer Telefon Integration) ermöglichen eine direkte Verbindung mit dem Computer bzw. der Praxissoftware. Dabei ruft der PC beim eingehenden Anruf eines Patienten automatisch dessen digitale Akte auf. Dies erleichtert die weitere Bearbeitung enorm.
Um Probleme bei der Installation zu vermeiden, wenden Sie sich am besten an einen seriösen Anbieter für Telefonanlagen (mögliche Anbieter: Auerswald, Agfeo, Alcatel). Vereinbaren Sie dabei vorzugsweise ein „Servicepaket“ (Kauf des Geräts, Installation und Einführung, sowie bei Praxen ab zehn Konferenzstellen regelmäßige Wartungen).
So wird das Smartphone zum Praxistelefon
Damit Sie (oder Ihr Praxischef) auch unterwegs immer erreichbar sind, können Sie die virtuelle Telefonanlage nutzen: Mit der Funktion „Callthrough“ können Sie dem Smartphone eine Büro-Nummer zuteilen, die über die Telefonanlage läuft. Anrufe ins Festnetz können Sie so meist kostenfrei über die Online-Telefonanlage tätigen anstatt über das teure Mobilnetz.

Hierbei wählt sich der Anrufer mit der Einwahlnummer des Callthrough-Anbieters und einer PIN ein. Um den Vorgang zu vereinfachen, bieten einige Provider eigene VoIP-Apps an, sodass die Eingabe der eigentlichen Telefonnummer ausreicht. Wenn Ihr Anbieter nicht dazugehört, können Sie auf andere frei verfügbare Apps ausweichen. Die Call-Apps dienen meist nicht als Provider, daher muss bereits eine Leistung im VoIP-Bereich bezogen werden:
VoIP-Apps für iOS | WiCall, MobileVOIP, Linphone |
VoIP-Apps für Android | WiCall, MobileVOIP, CSIPSimple, Linphone |
VoIP-Apps für Windows Phone | WiCall, MobileVOIP, Linphone |
Beachten Sie | Callthrough funktioniert nur, wenn Ihr Mobiltelefon mit dem WLAN oder dem mobilen Datennetz verbunden ist. Um eine ständige Erreichbarkeit auch in Funklöchern sicherzustellen, empfiehlt sich zusätzlich ein Pager (siehe dazu den Folgebeitrag in PPA 10/2015).
PRAXISHINWEIS | Bedenken Sie, dass gestartete VoIP-Apps die ganze Zeit über im Hintergrund laufen, damit Sie erreichbar bleiben. Dies belastet den Smartphone-Akku. Die Apps sollten daher nur bei Bedarf eingeschaltet bleiben. |