08.04.2016 · Fachbeitrag · Schlaf-/Angststörungen
Keine eindeutige Assoziation zwischen Benzodiazepinen und Demenzrisiko
Benzodiazepine werden älteren Patienmmünmünten häufig zur Therapie von Schlaflosigkeit und Angststörungen verschrieben, obwohl diese Medikamente bei Senioren wegen vielfältiger unerwünschter Wirkungen – wenn überhaupt – nur kurzfristig empfohlen werden. Beschrieben sind ein erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko sowie das gehäufte Auftreten von Delirien. In einigen Studien zeigte sich auch eine Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten. In einer prospektiven Studie haben US-Wissenschaftler nun bei mehr als 3.400 Personen ≥ 65 Jahre einen möglichen Zusammenhang zwischen der langfristigen Einnahme von Benzodiazepinen und dem Demenzrisiko untersucht. Das Ergebnis: Zwar war bei Personen, die Benzodiazepine einnahmen, das Risiko für Demenz und Morbus Alzheimer im Vergleich zu Peronen ohne Einnahme von Benzodiazepin um bis zu 30 % erhöht. Es zeigte sich aber kein dosisabhängiger Zusammenhang, sodass ein kausaler Zusammenhang sehr unwahrscheinlich ist. Bei Personen mit der höchsten kumulativen Benzodiazepin-Exposition (> 120 tägliche Standarddosen, im Median ein Jahr) war das Demenzrisiko nur noch tendenziell um 7 % höher als in der Vergleichsgruppe. Wegen der vielfältigen unerwünschten Wirkungen und der Gefahr von Abhängigkeit raten die Autoren aber weiterhin zum Verzicht auf Benzodiazepine bei Senioren.
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