21.04.2015 · Fachbeitrag · Neuropathische Schmerzen
Pharmakotherapie hat bei neuropathischen Schmerzen nur moderaten Effekt
Die Therapie bei neuropathischen Schmerzen ist nach wie vor eine Herausforderung. Pharmakotherapien sind nur begrenzt wirksam. Das zeigt eine neue Meta-Analyse aus insgesamt 229 Studien. Mit dem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin müssen mehr als sechs Patienten behandelt werden, um bei einem Patienten eine Schmerzlinderung von mindestens 50 % zu erreichen (NNT=6,6). Für die Antikonvulsiva Pregabalin und Gabapentin wurden NNT von 7 – 8 ermittelt, für Pflaster mit hochdosiertem Capsaicin eine NNT von fast 11. Niedrigere NNT wurden für trizyklische Antidepressiva, starke Opioide, Tramadol und Botulinumtoxin A ermittelt, Bei Lidocain-Pflastern wurde die NNT nicht bestimmt. Die Ergebnisse der Studien waren zum Teil wegen hoher Placebo-Ansprechraten, heterogener diagnostischer Kriterien und ungenügender Phänotypisierung der Patienten schwer zu interpretieren. Unter Berücksichtigung von Wirksamkeit, Verträglichkeit und Kosten empfehlen die Autoren trizyklische Antidepressiva, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und Antikonvulsiva als Medikamente der ersten Wahl bei neuropathischen Schmerzen. Topische Substanzen und Botulinumtoxin A werden nur zur Therapie bei peripheren neuropathischen Schmerzen empfohlen.
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