09.02.2016 · Fachbeitrag · Arzneimitteltherapie
Vermehrt Nebenwirkungen bei off-label-Einsatz von Medikamenten
Bei off-label-Einsatz von Medikamenten muss laut kanadischen Gesundheitsdaten mit einem um rund 50 % höheren Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) gerechnet werden als bei Therapie mit indikationsgerecht eingesetzten Substanzen. Die Autoren warnen insbesondere vor der Verschreibung von off-label-Medikamenten bei Indikationen, für die es keine guten wissenschaftlichen Evidenzen gibt. Bei der Studie wurden die Daten von 46.000 Erwachsenen mit insgesamt 151.000 Arzneimittelverschreibungen ausgewertet. Rund 12 % der Medikamente wurden off-label eingesetzt, meistens ohne Unterstützung durch gute Studiendaten. Während bei on-label-Therapie die UAW-Rate nur bei 12,5 pro 100.000 Personenmonate betrug, lag die Rate bei einer off-label-Therapie ohne gute wissenschaftliche Evidenz bei 21,7 pro 100.000. Wurde hingegen der Einsatz durch gute Studiendaten unterstützt, war die UAW-Rate nicht erhöht. Das UAW-Risiko war besonders erhöht bei Frauen, bei Polypharmazie mit mehr als fünf Medikamenten und bei einer Therapie mit kardiovaskulären Medikamenten und Antiinfektiva.
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