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  • ·Fachbeitrag ·Therapie

    Hilfe bei Beschwerden durch Ureterstents

    | Patienten mit Ureterstents haben häufig Beschwerden: Pollakisurie (60 Prozent), Harndrang (40 Prozent), Dysurie (40 Prozent), Schmerzen (80 Prozent) und Hämaturie (54 Prozent). Ein aktueller Review von 107 Studien fasst die Prävention und Therapie dieser Harnwegsbeschwerden zusammen. |

     

    Optimaler Stent bislang nicht entwickelt

    Die verschiedenen verfügbaren Stents variieren bezüglich des verwendeten Materials und Designs. Doch wurde laut dem Autorenteam um Patrick Betschart vom Kantonsspital St. Gallen bislang noch kein Stent entwickelt, der deutliche Vorteile im Vergleich zum Standardmodell, dem Doppel-J-Stent, aufweist. Weder der Durchmesser noch eine eventuelle Beschichtung des Stents beziehungsweise medikamentenfreisetzende Stents führten zu weniger Beschwerden bei den Patienten. Von Vorteil erwies sich jedoch ein kurzer Stent, der die Mittellinie des knöchernen Beckens nicht kreuzte. In mehreren Studien hatten Patienten mit einem solchen kurzen Stent weniger Beschwerden. Auch die intravesikale Applikation von Medikamenten (Lidocain, Oxybutynin) brachte in der Prävention stentbedingter Beschwerden keine signifikanten Vorteile.

     

    Therapie stentbedingter Symptome

    Patienten, bei denen der Stent Beschwerden verursacht, sollten alpha1-Blocker (Tamsulosin, Alfuzosin) erhalten. Ebenfalls wirksam sind antimuskarinerge Substanzen, die oft bei überaktiver Blase eingesetzt werden. Bei stentbedingten Beschwerden sind sie jedoch „off-label“ zu verschreiben. Auch die Kombination von Antimuskarinika mit alpha1-Blockern zeigt positive Effekte.