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  • ·Fachbeitrag ·MYOKARDINFARKT

    Welcher Stent ist beim STEMI zu bevorzugen?

    Für Patienten mit akutem Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung (STEMI) ist eine akute Koronarintervention mit der Implantation eines Koronarstents die Therapie der Wahl. Aufgrund geringerer Restenose-Raten implantieren Kardiologen bevorzugt medikamentös beschichtete Stents (DES=Drug Eluting Stent) anstelle der unbeschichteten Metallstents (BMS=Bare Metal Stent). Allerdings erhöhen DES der ersten Generation (beschichtet mit Sirolimus oder Paclitaxel) das Risiko später Stent-Thrombosen, weshalb gerade beim STEMI der Einsatz von DES kritisch gesehen wird.

     

    Zwei Studien untersuchten nun, ob Patienten mit einem STEMI von einem DES der zweiten Generation (beschichtet mit den Immunsuppressiva Everolimus oder Biolimus) im Vergleich zu einem unbeschichteten Metallstent profitieren. In der prospektiven, randomisierten und kontrollierten COMFORTABLE AMI Studie erhielten 587 Patienten mit STEMI einen Biolimus freisetzenden Stent (BES), 583 Patienten wurde ein BMS eingesetzt. Nach einem Jahr Follow-up zeigte sich bezüglich des primären Endpunktes (kardialer Tod, Reinfarkt im koronaren Zielgefäß oder erneute Vaskularisation an der koronaren Zielläsion) eine Überlegenheit des BES. Bei Patienten mit BES kam es signifikant seltener zu schweren kardialen Komplikationen als bei Patienten mit BMS (4,3 % vs. 8,7 %, p=0,004). Stent-Thrombosen traten in der BES-Gruppe bei fünf Patienten (0,9 %) auf, in der BMS-Gruppe bei zwölf Patienten (2,1 %, p=0,1).

     

    Diese Ergebnisse konnte in der zweiten prospektiven und randomisiert kontrollierten Studie EXAMINATION nicht bestätigt werden. Hier erhielten 751 Patienten einen mit Everolimus beschichteten Stent (EES) und 747 Patienten einen BMS. Das Follow-up betrug auch in dieser Studie ein Jahr. Bezüglich des primären Endpunktes (Komposit aus Tod jeglicher Ursache, jeglicher Myokardinfarkt, jegliche Revaskularisation) gab es jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (11,9 % in der EES-Gruppe vs. 14,2 % in der BMS-Gruppe, p=0,19). Allerdings war die Rate an Stent-Thrombosen (0,5 % vs. 1,9 %, p=0,019) und erneuter Vaskularisationen am koronaren Zielgefäß (5,0 % vs. 2,1 %, p=0,003) bei Patienten mit EES signifikant niedriger.