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  • ·Fachbeitrag ·Blutdruck

    Maskierte Hypertonie wird vermutlich unterschätzt

    | Der ambulante Blutdruck gilt als besserer Prädiktor der kardiovaskulären Morbidität als der Praxisblutdruck und ist nach gängiger Vorstellung auch etwas niedriger als der in der Arztpraxis gemessene. Neue US-Daten bei rund 890 gesunden Personen mittleren Alters (im Schnitt 45 Jahre, 60 % Frauen, 7 % Afroamerikaner, 12 % Hispanics) widersprechen allerdings dieser These und deuten daraufhin, dass das Phänomen der maskierten Hypertonie unterschätzt werden könnte. |

     

    Rund jeder 6. Studienteilnehmer mit normalem Blutdruck bei drei Praxismessungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten hatten laut ambulantem 24-Stunden-Blutdruckprofil eine Hypertonie. Die Studienteilnehmer nahmen keine Antihypertensiva ein und hatten bei der Screening-Messung Blutdruckwerte < 160/105 mmHg. Die mittleren Blutdruckwerte tagsüber lagen bei 123/77 mmHg und waren signifikant höher als bei den insgesamt neun Messungen in der Arztpraxis (im Mittel 116/75 mmHg). Besonders deutlich war dies bei jüngeren und normalgewichtigen Erwachsenen. Mit zunehmendem Alter und steigendem Body-Mass-Index wurde die systolische Differenz zwischen beiden Messungen geringer, verschwand aber nicht ganz. Beim diastolischen Blutdruck zeigten sich bei Älteren ab 65 Jahren keine Unterschiede mehr. Nur bei Älteren mit einem BMI > 32,5 kg/m2 war der Praxisblutdruck höher als der ambulante Blutdruck. Fast jeder fünfte Studienteilnehmer ‒ gesunde US-Amerikaner mittleren Alters ‒ hatten laut ambulanter Blutdruckmessung eine Hypertonie und mehr als 15 % eine maskierte Hypertonie. Bei der Praxismessung waren nur rund 5 % hyperton.

     

    Quelle

    • Schwartz JE et al.: Clinic Blood Pressure Underestimates Ambulatory Blood Pressure in an Untreated Employer-Based US Population. Circulation 2016;134:1794-1807

     

    Abstract

    Quelle: Ausgabe 02 / 2017 | Seite 1 | ID 44458385