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01.12.2010 | KHK-Risiko

Empfehlungen zum Management des KHK-Risikos bei Rheuma-Patienten

Mehr als 50 Prozent aller Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) sterben an kardiovaskulären Erkrankungen. Vermutet wird, dass eine RA und eventuell auch andere entzündlich-rheumatische Erkrankungen mit einem erhöhten KHK-Risiko verbunden sind. Die spezifischen Mechanismen, die diese Risikoerhöhung bewirken, sind indes weitgehend ungeklärt. Diskutiert werden außer klassischen auch nicht-traditionelle Risikofaktoren wie Gefäßschäden aufgrund von Entzündungsreaktionen, ein genetisches Risiko, metabolische Veränderungen oder medikamentöse Effekte. Die European League Against Rheumatism (EULAR) hat die Literatur zum KHK-Risiko bei Patienten mit RA, mit Spondyl- (SpA) und Psoriasis-Arthritis (PsA) gesichtet und daraus zehn Empfehlungen abgeleitet: 

1. Bei der Therapie von RA-Patienten sollte ein etwa zweifach erhöhtes KHK-Risiko berücksichtigt werden. Möglicherweise gehen auch eine SpA und eine PsA mit einem erhöhten KHK-Risiko einher.

 

2. Aufgrund der engen Verbindung zwischen Entzündungs- und Atheroskleroseprozessen ist eine adäquate Kontrolle der Krankheitsaktivität nötig. So kann das KHK-Risiko verringert werden.

 

3. Jährlich sollte bei allen RA-Patienten, eventuell auch bei SpA- und PsA-Patienten, ein Monitoring des KHK-Risikoprofils erfolgen.

 

4. Bei Benutzung von Risiko-Scores zur Beurteilung des KHK-Risikos bei RA-Patienten sollte der Wert mit dem Faktor 1,5 multipliziert werden, wenn zwei der folgenden Kriterien erfüllt werden: Krankheitsdauer über zehn Jahre, positiver Rheumafaktor oder anti-CCP-Antikörper, extraartikuläre Manifestationen.

 

5. Das Verhältnis Gesamtcholesterin / HDL-Cholesterin ist vermutlich bei RA-Patienten der beste Marker eines mit Lipidstoffwechsel-Störungen verbundenen KHK-Risikos. Daher sollte dieser Wert bei Verwendung des SCORE-Algorithmus berücksichtigt werden.

 

6. KHK-Risiko-Management entsprechend nationaler Leitlinien.

 

7. Statine, ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Antagonisten zählen zu den bevorzugten Therapieoptionen bei einer Hypertonie aufgrund ihres zusätzlichen antiinflammatorischen Effektes.

 

8. NSAR und COX-2-Hemmer sollten RA-Patienten sehr zurückhaltend verschrieben werden, insbesondere bei manifester KHK oder Vorliegen mehrerer KHK-Risikofaktoren.

 

9. Kortikosteroide in der niedrigsten möglichen Dosis einsetzen!

 

10. Allen RA-Patienten sollte zum Rauchverzicht geraten werden.

Quelle

  • Peters M et al.: EULAR evidence-based recommendations for cardiovascular risk management in patients with rheumatoid arthritis and other forms of inflammatory arthritis. Ann Rheum Dis 2010; 69: 325-331
Quelle: Ausgabe 12 / 2010 | Seite 6 | ID 140471