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·Fachbeitrag ·Umsatzsteuer

Auch bei „Zulassungspaketen“ müssen Sie die Gebühren für die Zulassung offen ausweisen!

von Diplom-Finanzwirt Rüdiger Weimann, Dozent, Lehrbeauftragter und freier Gutachter in Umsatzsteuerfragen, Dortmund

| In der Mai-Ausgabe 2012 haben wir gezeigt, wie wichtig es ist, die Abrechnungen der Zulassungsdienste auf den korrekten Umsatzsteuerausweis hin zu prüfen. Ihre Kreditorenbuchhaltung muss den Vorsteuerabzug für Ihr Autohaus bzw. Ihren Kfz-Betrieb dadurch sichern, dass keine Umsatzsteuerzahlungen auf die Gebühren der Straßenverkehrsämter geleistet werden. Eine Leserin fragt nun, welche Auswirkungen dies auf die Ausgangsrechnungen eines Autohauses hat. |

 

Frage: Wir weisen in unseren Rechnungen eine einheitliche Pauschale zuzüglich Umsatzsteuer für die Zulassung des Fahrzeugs und die Schilder aus, ohne dies in Gebühren, Service und ähnliches aufzusplitten. Die Pauschale, die wir an den Kunden weiterberechnen, beträgt 120 Euro inklusive Umsatzsteuer bei vorheriger Abmeldung des Altfahrzeugs bzw. 100 Euro inklusive Umsatzsteuer bei ausschließlicher Anmeldung eines bei uns erworbenen Fahrzeugs. Unsere Aufwendungen belaufen sich pro Fahrzeug auf etwa 40 Euro Zulassungsgebühr, 17 Euro für die Schilder und 6 Euro für die Abmeldung. Wir arbeiten nicht zuletzt deshalb mit den Pauschalen, weil wir auch hier unsere Marge nicht aufdecken möchten. Ist unsere einheitliche Pauschale zulässig?

 

Unsere Antwort: Leider nein! Die von der Zulassungsstelle erhobene Gebühr schuldet immer Ihr Kunde als Kfz-Halter. Dabei ist es egal, wer die Gebühr tatsächlich bezahlt. Bezahlt zum Beispiel ein Zulassungsdienst, tut er dies als Ihr Erfüllungsgehilfe im Namen und für Rechnung Ihres Kunden.

 

Ausgangsrechnung des Autohauses bzw. Kfz-Betriebs

Aus diesem Grund muss die Zulassungsgebühr

  • in allen Rechnungen (also sowohl in der Rechnung des Zulassungsdienstes Ihnen gegenüber als auch in der Rechnung Ihres Autohauses gegenüber Ihrem Kunden)
  • offen ausgewiesen sein, und zwar als
  • durchlaufender Posten (§ 10 Abs. 1 Satz 6 UStG) nach Ermittlung des Entgelts und der darauf entfallenden Umsatzsteuer.

 

  • Beispiel

Fahrzeug

23.500 Euro

Zusatzausstattung 1

850 Euro

Zusatzausstattung 2

1.300 Euro

Zusatzausstattung 3

250 Euro

Zusatzausstattung …

... Euro

Zwischensumme

25.900 Euro

USt (19 % von 25.900)

4.921 Euro

Zuzüglich verauslagte Zulassungsgebühr

40 Euro

Zu zahlen

30.861 Euro

 

Das gilt auch für „Zulassungspakete“

Auch wenn Sie bei der Angebotserstellung mit Zulassungspaketen arbeiten, die neben den Gebühren auch die Schilder sowie Ihre Bemühungen um die Zulassung umfassen, müssen Sie in der Abrechnung gegenüber Ihrem Kunden die Gebühren aufdecken.

 

Diese Gebühren werden aus dem Gesamtpaket herausgerechnet und eins zu eins an den Kunden weitergeben. Den verbleibenden Betrag müssen Sie dann netto in die Entgeltsermittlung aufnehmen und wie folgt abrechnen:

 

  • Beispiel

Fahrzeug

23.500 Euro

Zusatzausstattung 1

850 Euro

Zusatzausstattung 2

1.300 Euro

Zusatzausstattung 3

250 Euro

Zusatzausstattung …

... Euro

Zulassungspaket(brutto 120 Euro ./. 40 Euro Gebühren = 80 Euro : 1,19)

67,23 Euro

Zwischensumme

25.967,23 Euro

USt (19 % von 25.967,23 Euro)

4.933,78

Zuzüglich verauslagte Zulassungsgebühr

40 Euro

Zu zahlen

30.941,01 Euro

Beachten Sie | Durch die Aufnahme der Gebühr in ein „Zulassungspaket“ ändert sich deren Charakter als durchlaufender Posten nicht. Damit gelingt es insoweit auch nicht, die eigene Marge ein Stück weit zu verschleiern.

 

PRAXISHINWEIS | Manche Autohäuser machen die Marge dadurch gegenüber dem Kunden weniger transparent, indem Sie die Schilderkosten und die Bemühungen um die Zulassung mit anderen Kosten - zum Beispiel den Überführungskosten - in einer Rechnungsposition zusammenfassen. Diese Position wird dann häufig als „Auslieferungspaket“ bezeichnet. Aber auch in diesem Fall ist die verauslagte Zulassungsgebühr offen auszuweisen. Denken Sie auch daran, dass in diesem Fall das komplette „Auslieferungspaket“ im Fahrzeugendpreis enthalten sein muss. Alles andere wäre ein Verstoß gegen die Preisangabenverordnung und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und somit abmahnbar.

Weiterführende Hinweise

  • Beitrag „Abrechnungen der Zulassungsdienste auf korrekten Umsatzsteuerausweis prüfen!“, ASR 5/2012, Seite 7
  • Beitrag „Überführungskosten müssen im Fahrzeugendpreis enthalten sein“, ASR 7/2012, Seite 4
Quelle: Ausgabe 10 / 2012 | Seite 9 | ID 34866000