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·Fachbeitrag ·GmbH/Verdeckte Gewinnausschüttung

Private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs durch den Gesellschafter-Geschäftsführer

| Das BMF hat Stellung bezogen zur Besteuerung der privaten Kfz-Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs durch den Gesellschafter-Geschäftsführer einer Autohaus-GmbH bzw. Autohaus-AG. |

 

Nutzung gestattet oder nicht?

Das BMF unterscheidet, ob dem Gesellschafter-Geschäftsführer (GGf) die Privatnutzung im Anstellungsvertrag ausdrücklich gestattet wurde:

 

  • Ist das der Fall, erhält der GGf einen lohnsteuerlichen Vorteil. Dementsprechend muss ein Sachlohn angesetzt werden.
  • Ist das nicht der Fall, führt dies sowohl bei einem beherrschenden als auch nicht beherrschenden GGf zu einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA).

 

Wichtig | Der Mangel einer fehlenden Überlassungs- und Nutzungsvereinbarung kann durch eine mündliche oder konkludente Vereinbarung zwischen der Kapitalgesellschaft und dem Gesellschafter geheilt werden. Das setzt aber voraus, dass die entgeltliche Vereinbarung

  • wie vereinbart durchgeführt wird und
  • ein außenstehender Dritter sie zweifelsfrei erkennen kann.

 

Liegt eine solche Vereinbarung vor, muss bei einer Überlassung

  • im Rahmen des Arbeitsverhältnisses der Sachlohn zeitnah verbucht werden und die Lohnsteuer abgeführt werden;
  • außerhalb des Arbeitsverhältnisses das Verrechnungskonto des GGf zeitnah belastet werden.

 

Bewertung der vGA

Im Falle einer vGA erhöht sich der steuerrechtliche Gewinn der Kapitalgesellschaft um diese. Zu bewerten ist diese mit dem gemeinen Wert der Nutzungsüberlassung. Aus Vereinfachungsgründen kann die Finanzbehörde im Einzelfall eine Bewertung mit der Ein-Prozent-Regelung (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG) zulassen. Auf Seiten des GGf wird die vGA dann auch nach der Ein-Prozent-Regelung (§ 8 Abs. 3 Sätze 2, 3 und 5 EStG) bewertet. Sie unterliegt der Zinsabschlagsteuer bzw. dem Teileinkünfteverfahren.

 

PRAXISHINWEIS | Treffen Sie klare Regelungen im Anstellungsvertrag des GGf. Vermeiden Sie dadurch, dass der Betriebsprüfer erst Jahre später eine vGA feststellt, und Sie nicht nur Steuern nachzahlen, sondern diese auch noch mit sechs Prozent jährlich verzinsen müssen.

Weiterführender Hinweis

Quelle: Ausgabe 05 / 2012 | Seite 10 | ID 33282120