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30.05.2011 |Umsatzsteuer

Neue Regeln zum Vorsteuerabzug bei den Aufwendungen für Betriebsveranstaltungen

Der Bundesfinanzhof hat seine Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug für Aufwendungen im Zusammenhang mit Betriebsveranstaltungen wie zum Beispiel einem Betriebsausflug geändert. Unter dem Strich bedeutet die Änderung zwar keine höhere Umsatzsteuerbelastung, sie erhöht aber den Aufwand von Kfz-Betrieben bei der Planung solcher Veranstaltungen. 

 

Vorsteuerabzug bei „Aufmerksamkeit“

Als Arbeitgeber wenden Sie Beförderung, Mahlzeiten und Getränke, Unterhaltung, Raummiete usw. im Rahmen eines Betriebsausflugs in der Regel ausschließlich für den privaten Bedarf Ihrer Mitarbeiter auf. Trotzdem bleiben Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, wenn es sich bei den Aufwendungen um eine „Aufmerksamkeit“ handelt. Eine solche nimmt der Bundesfinanzhof (BFH) an, wenn die 110-Euro-Freigrenze in Abschnitt 12 Absatz 4 Nummer 6 Umsatzsteuer-Richtlinien (seit 1.11.2010: Abschnitt 1.8 Absatz 4 Umsatzsteuer-Anwendungserlass) nicht überschritten wird.  

 

Wichtig: Liegen also Ihre Aufwendungen einschließlich Umsatzsteuer pro Mitarbeiter und Betriebsveranstaltung nicht über 110 Euro, dürfen Sie die Vorsteuer ziehen, ohne dass Sie eine Entnahme versteuern müssen (BFH, Urteil vom 9.12.2010, Az: V R 17/10; Abruf-Nr. 110876). 

 

Kein Vorsteuerabzug bei Aufwendungen über 110 Euro

Übersteigen jedoch Ihre Aufwendungen für den Betriebsausflug die Freigrenze von 110 Euro, gilt künftig: Hier steht der persönliche Vorteil der Mitarbeiter im Vordergrund. Sie dürfen die Vorsteuer nicht mehr ziehen, dafür entfällt aber auch die Entnahmebesteuerung.  

 

Praxishinweis

Das BFH-Urteil zwingt Sie, die Kosten bei Betriebsveranstaltungen künftig sehr genau zu planen:  

  • Sie sollten die Kosten entweder so kalkulieren, dass die 110-Euro-Grenze, die der BFH übrigens nach wie vor als ausreichend ansieht, nicht überschritten wird. Dabei sollten Sie die Freigrenze nicht völlig „ausreizen“. Denn die Erfahrung zeigt, dass häufig einzelne Mitarbeiter ihre Teilnahme in letzter Minute absagen (müssen). Das erhöht den Aufwand pro teilnehmendem Mitarbeiter und sprengt dann möglicherweise die 110-Euro-Grenze.
  • Ist dagegen von Vornherein klar, dass mit den Aufwendungen die 110-Euro-Grenze pro Teilnehmer überschritten wird, sollten Sie Ihre Buchhaltung anweisen, keine Vorsteuer aus den Eingangsrechnungen zur Betriebsveranstaltung zu ziehen.
 

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2011 | Seite 8 | ID 145525