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  • · Fachbeitrag · Ernährungsumstellung

    Wenig Kohlehydrate, viel Vitamine, Nitrat und Ballaststoffe: Gut gegen gingivale Entzündungen

    | Eine Ernährung, die wenig Kohlenhydrate enthält und reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Vitamin D, Antioxidantien und Ballaststoffen ist, kann signifikant gingivale und parodontale Entzündungsparameter reduzieren, berichten Freiburger Wissenschaftler. Würzburger Zahnmediziner dagegen setzen auf nitrathaltigen Salatsaft. |

     

    Gesunde Ernährung senkt Entzündungsparameter

    Am Universitätsklinikum Freiburg änderten zehn Probanden für die Dauer von vier Wochen die Ernährung in Richtung einer kohlenhydrat-reduzierten Kost, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin C, Antioxidantien und Ballaststoffen war. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe änderten ihr Ernährungsverhalten nicht.

     

    Ein verblindeter Prüfzahnarzt evaluierte Plaquewerte (PI), gingivale Entzündung (GI) und den Parodontalstatus: Während die Plaquewerte in beiden Gruppen konstant blieben, sanken die gingivalen Entzündungswerte (GI), Blutung auf Sondieren (BOP) sowie die parodontale Gesamtentzündungsfläche (PISA) um etwa die Hälfte (GI: 1,10 ± 0,51 auf 0,54 ± 0.30; BOP: 53,57 Prozent auf 24,17 Prozent; PISA: 638 mm² auf 284 mm²). Diese Reduktion war signifikant unterschiedlich im Vergleich zur Kontrollgruppe, die konstante Entzündungswerte zeigte. [1]

     

    Salatsaftextrakt verringert die Gingivitis

    Am Universitätsklinikum Würzburg wurden 44 parodontal erkrankte Recall-Patienten mit leichter bis mittelschwerer Gingivitis (GI ≤ 2 an mindestens drei Zähnen) rekrutiert. Alle Patienten erhielten eine parodontale Erhaltungstherapie (sub- und supragingivales Debridement) ohne weitere Mundhygieneinstruktion. Alle Patienten tranken über einen Zeitraum von 14 Tagen dreimal täglich ein Salatsaftgetränk. In der Testgruppe, die ein nitratreiches Getränk erhielt, wurde so die Nitrataufnahme auf die von der FAO/WHO empfohlenen ca. 200 mg Nitrat/Tag erhöht. Alle Patienten hielten eine strenge nitratarme Diät ein.

     

    Während sich die zu Studienbeginn aufgezeichneten Werte der gingivalen Entzündung (GI) der beiden Gruppen nicht voneinander unterschieden, konnte nach der 14-tägigen Beobachtungszeit ein signifikanter Unterschied der mittleren GI-Werte der Gruppen beobachtet werden (0,26 in der Nitrat-Gruppe gegenüber 0,47 in der Kontrollgruppe). [2]

     

    FAZIT | Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass das mit der Nahrung aufgenommene Nitrat-Niveau ein wichtiger Modulator der Zahnfleischentzündung ist. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch nach wie vor nur wenig bekannt und bedürfen weiterer Untersuchungen.

     

    Quellen

    • [1] Wölber J et al. Entzündungsparameter reduzieren. Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten, klinischen Studie. 48. Jahrestagung der AfG, Mainz, 7.- 8. Januar 2016.
    • [2] Jockel-Schneider Y et al. Die Stimulation des Nitrit- Nitrat- Stickstoffmonoxid Metabolismus durch den regelmäßigen Konsum eines nitrathaltigen Salatsaftextraktes verringert die klinischen Zeichen einer Gingivitis bei parodontalen Recallpatienten ‒ eine doppelblinde, randomisierte, Placebo kontrollierte klinische Studie. 48. Jahrestagung der AfG, Mainz, 7.- 8. Januar 2016.
    Quelle: Ausgabe 07 / 2016 | Seite 6 | ID 44107281