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  • 01.07.2007 | Allgemeine Zahnheilkunde

    Kraniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) bei Kindern und Jugendlichen

    von PD Dr. Christian Hirsch MSc, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder und Jugendliche in der zahnärztlichen Sprechstunde als CMD-Patienten eher selten anzutreffen, obwohl die typischen CMD-Symptome (Schmerzen in den Kiefergelenken und der Kaumuskulatur, Kiefergelenkgeräusche, Kieferöffnungsbehinderungen) bereits in diesem Lebensabschnitt ähnlich häufig wie bei Erwachsenen auftreten [1]. Zunächst gilt es, dentale Ursachen für die bestehenden Beschwerden auszuschließen und diese gegebenenfalls zu behandeln. Nach Abschluss der Gebissentwicklung ist die Schienentherapie Mittel der Wahl bei akut auftretenden Beschwerden in den Kiefergelenken und der Kaumuskulatur.  

     

    Diese Empfehlung deckt sich mit Ergebnissen einer Erhebung unter schwedischen Zahnärzten zur CMD-Therapie bei Kindern und Jugendlichen. Danach gaben 74 bis 81 Prozent der befragten Zahnärzte an, Schienentherapie anzuwenden. Bewegungsübungen verordneten 25 bis 29 Prozent, Medikamente 3 bis 55 Prozent und 28 bis 55 Prozent schliffen Störkontakte ein.  

    Nur reversible Maßnahmen!

    Aufgrund der unklaren CMD-Ätiopathogenese gerade im Kindes- und Jugendalter werden nur reversible Maßnahmen empfohlen, weil damit den meisten Patienten geholfen werden kann.  

     

    Bei erstmals auftretenden Diskusverlagerungen mit Reposition ist der Hinweis an die Betroffenen hilfreich, dass diese keine Gelenkluxationen darstellen, sondern kurzzeitige Verlagerungen des Gelenkknorpels. Da es keine Evidenz dafür gibt, dass aus Diskusverlagerungen langfristig ernsthafte Gelenkerkrankungen (Gelenkblockaden) werden, genügt meist die Aufklärung über das Phänomen.