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  • · Fachbeitrag · Fallbericht

    Hereditäres Angioödem: Zahnextraktion als Trigger

    | Eine Zahnextraktion kann Auslöser einer Attacke bei Menschen mit hereditärem Angioödem sein. Die Symptome sind ähnlich wie bei allergischen Reaktionen oder Darmkoliken. Australische Zahnmediziner berichten von einem entsprechenden Patientenfall. |

     

    Wiederkehrende, unterschiedlich lang andauernde Schwellungen von Haut, Schleimhäuten oder inneren Organen können Symptome dieser seltenen Erkrankung sein. Besonders gefährlich sind Schwellungen im Bereich der oberen Atemwege (Kehlkopf, Nase, Zunge), die unbehandelt lebensbedrohlich werden können. Die Erkrankung geht auf eine Veränderung der Erbanlagen zurück: Das veränderte Gen ist für die Bildung des C1-Esterase-Inhibitors (C1-INH) zuständig ‒ ein Eiweißstoff, der verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper reguliert. Bei Betroffenen ist entweder zu wenig davon vorhanden oder es ist defekt. Die Genmutation ist vererbbar, kann aber auch spontan ohne familiäre Krankheitsfälle auftreten.

     

    Die Anzeichen einer Erkrankung treten erstmalig meist bis zum 30. Lebensjahr auf. Die Attacken sind mitunter lebensbedrohlich, z. B. wenn Ödeme im Bereich der oberen Atemwege auftreten. Oft ist es schwierig, die Symptome von denen allergischer Reaktionen oder Darmkoliken abzugrenzen. Betroffene sprechen nicht auf Antihistaminika oder Kortisonpräparate an. Ist die Erkrankung bekannt, wird z. B. vor einer Zahnextraktion eine spezielle prophylaktische Medikamentengabe notwendig.