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  • · Fachbeitrag · Ernährung und Erosion

    Süßstoff, Zucker und Säuren: Auch Lebensmittel mit Stevia-Süßstoff schaden den Zähnen

    | Die Behauptung, der seit kurzem europaweit zugelassene Süßstoff Stevia sei trotz seiner hohen Süßkraft nicht nur zahnschonend, sondern hemme sogar die Vermehrung der Kariesbakterien, ist „nicht ausreichend durch wissenschaftliche Studien belegt“, warnt die Landeszahnärztekammer Hessen. Zwar sei Stevia ‒ wie jeder andere Süßstoff auch ‒ zahnschonender als Kristallzucker oder Honig. Zahnpflegend seien damit gesüßte Nahrungsmittel aber nicht. Denn jedes gesüßte Lebensmittel enthalte weitere Bestandteile, die zur Bildung von schädlichem Zahnbelag führen könnten. [1] |

    Welcher Zucker trägt mehr zur Entstehung von Karies bei?

    Es bestehen kontroverse Meinungen darüber, ob Zucker in freier Form, wie er beispielsweise in Süßigkeiten vorliegt, stärker zur Kariesentstehung beiträgt als Zucker, der sich wie bei Obst oder Gemüse in Zellen befindet. In der Fachwelt steht seit einigen Jahren ein Konzept zur Diskussion, dass Zucker aus der Nahrung zu unterscheiden ist in intrinsische Zucker, die sich innerhalb von Zellen befinden, und extrinsische Zucker, die extrazellulär vorliegen und für den Metabolismus direkt verfügbar sind. Es wurde vermutet, dass extrinsische Zucker das Kariesrisiko erhöhen und dass es für die Zahngesundheit von Vorteil ist, Zucker möglichst in intrinsischer Form zu verzehren. Viele Zahnmediziner und Ernährungsberater empfehlen deshalb, für gesunde Zwischenmahlzeiten Süßigkeiten durch Obst zu ersetzen.

     

    Die Hypothese, dass intrinsische Zucker im Gegensatz zu extrinsischen weniger kariogen sind, wurde bisher nicht ausreichend experimentell belegt. Eine einzige Studie untersuchte bislang mit Hilfe eines Plaque-pH-Tests ganze Früchte, homogenisierte Früchte und deren Säfte im Vergleich und kam zu keinen signifikanten Unterschieden bezüglich der Säurewirkungen der Proben. [2]