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29.01.2009 |Kündigung der Lebensversicherung

Verluste zählen steuerlich nicht immer

In Deutschland kündigt fast jeder zweite Versicherte seine Lebensversicherung vor Fälligkeit. Die steuerlichen Folgen sind unterschiedlich, je nachdem ob der Vertrag vor oder ab 2005 abgeschlossen wurde.  

 

Steuerregeln bei Altpolicen

Der Verlust aus einer vor 2005 abgeschlossenen Police ist nach Ansicht der Oberfinanzdirektion Frankfurt ein unbedeutender Vorgang auf der Vermögensebene. Damit tritt die Finanzverwaltung Medienberichten entgegen, wonach Finanzämter die Verluste aus Kündigungen von bis 2004 abgeschlossenen Lebensversicherungen als absetzbare Werbungskosten anerkennen würden (Schreiben vom 4.11.2008, Az: S 2252 A - 20 - St 219; Abruf-Nr. 090001).  

 

Die Differenz aus dem Rückkaufswert und der höheren Beitragssumme stellt daher weder Werbungskosten noch negative Kapitaleinnahmen dar. Das gilt auch für die Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten der Versicherer sowie an Dritte direkt gezahlte Vermittlungsgebühren (Bundesfinanzhof, Urteil vom 30.10.2001, Az: VIII R 29/00; Abruf-Nr. 020009).  

 

Wird der Vertrag vor Ablauf von zwölf Jahren gekündigt, müssen die rechnerisch aufgelaufenen Zinsen sogar nach § 20 Absatz 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz (EStG, Fassung bis 2004) versteuert werden, auch wenn sich insgesamt ein Verlustgeschäft ergeben hat. Als Kapitaleinnahmen erfasst werden die rechnungs- und außerrechnungsmäßigen Zinsen aus dem Sparanteil der Lebensversicherungen, wenn der Vertrag vor Ablauf von zwölf Jahren zurückgekauft oder ansonsten steuerschädlich (zum Beispiel Policendarlehen oder Einmalprämie) verwendet wird. Die Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer. 

 

Steuerregeln bei Neupolicen

Bei ab 2005 abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen gelten der Unterschiedsbetrag zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der hierauf entrichteten Versicherungsbeiträge gemäß § 20 Absatz 1 Nummer 6 EStG (Fassung ab 2005) als Einnahmen aus Kapitalvermögen. Zu den Versicherungsbeiträgen gehören auch die Ausfertigungs- und Abschlussgebühr sowie die Versicherungsteuer. Eine Vermittlungsprovision, die der Versicherungsnehmer aufgrund eines gesonderten Vertrags an einen Versicherungsvermittler gezahlt hat, ist bei der Berechnung des Unterschiedsbetrags zusätzlich abzuziehen (Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 22.12.2005, Az: IV C 1 - S 2252 - 343/05; Abruf-Nr. 060031).  

 

Wichtig: Auch der negative Unterschiedsbetrag zählt steuerlich. Er ist nur zur Hälfte berücksichtigungsfähig, wenn die Kündigung erst nach zwölfjähriger Laufzeit erfolgt und der Versicherte zu diesem Zeitpunkt älter als 59 Jahre ist. Ansonsten wird er voll angesetzt. 

 

Quelle: Ausgabe 02 / 2009 | Seite 12 | ID 124175