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01.08.2005 | Werbungskosten

So setzen Anleger die Vermögensverwaltungsgebühren Steuer sparend an

Häufig wird die Frage gestellt, wie Vermögensverwaltungsgebühren steuerlich behandelt werden. Konkret: Sind diese Gebühren Werbungskosten? Eine Antwort geben die Oberfinanzdirektionen (OFD) Düsseldorf und Münster (Verfügungen vom 28.10.2004, OFD Düsseldorf, Az: S 2210 - 10 St 222 - K / S 2210 A - St 212; Abruf-Nr. 050093; OFD Münster, Az: S 2128 - 30 - St 22 - 33; Abruf-Nr. 050094).

Lesen Sie nachfolgend, welche Konsequenzen sich für Anleger da-raus ergeben und wie sie die Gebühren für die Vermögensverwaltung Steuer sparend ansetzen.

Steuerliche Einordnung

Vermögensverwaltungsgebühren sind grundsätzlich Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Ausnahme:

  • Ein Werbungskostenabzug scheidet aus, wenn sich die Gebühr ausschließlich nach nicht steuerbaren Wertsteigerungen richtet. Das gilt auch, wenn aus den Anlagegegenständen zugleich Einnahmen nach § 20 Einkommensteuergesetz (EStG) erzielt werden.
  • Wird eine erfolgsabhängige Vergütung (neben einer pauschalen Gebühr) gezahlt, die sich nach der Wertentwicklung des Vermögens richtet, so gilt: Ein Werbungskostenabzug scheidet nach der Verwaltungsauffassung hinsichtlich der erfolgsabhängigen Vergütung aus.

    Beachten Sie:Bei in der Praxis häufig vereinbarten relativen Performancegebühren dürften wohl die Verwaltungsgebühren anteilig berücksichtigt werden. Denn diese Gebühr bemisst sich nicht nach der absoluten Steigerung des Vermögens, sondern nach der erreichten Wertentwicklung im Verhältnis zur vereinbarten Benchmark, zum Beispiel dem DAX.

    Die Verwaltungsgebühren werden auch dann nur anteilig berücksichtigt, wenn der Anleger den Verwalter anweist, dass die Realisierung von steuerpflichtigen Erträgen nicht im Vordergrund steht.

    Unser Tipp: Es empfiehlt sich ein allgemein gehaltener Auftrag.

    Berechnung der abzugsfähigen Werbungskosten

    Die abzugsfähigen Werbungskosten ermittelt die Finanzverwaltung in vier Schritten:

    1. Ausgliederung von Transaktionskosten

    Soweit mit den Vermögensverwaltungsgebühren auch die Transaktionskosten für den An- und Verkauf der Wertpapiere abgegolten werden (Flat-Fee-Vergütung), sind diese Transaktionskosten nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Sie werden den Anschaffungsnebenkosten des Wertpapiers bzw. den Veräußerungskosten zugeordnet. Ohne Nachweis berücksichtigt die Verwaltung pauschal ein Drittel als Transaktionskosten und zwei Drittel als Vermögensverwaltungsgebühren.

    2. Aufteilung nach ertraglosen und Ertrag bringenden Anlagen

    Die verbleibenden Vermögensverwaltungsgebühren werden auf die im Depot befindlichen verschiedenen ertraglosen (zum Beispiel Edelmetalle, Devisen) und Ertrag bringenden (zum Beispiel Aktien, Anleihen) Kapitalanlagen aufgeteilt. Und zwar auf Basis der Werte zum Jahresende.

    3. Weitere Aufteilung der Ertrag bringenden Anlagen

    Die restlichen Vermögensverwaltungsgebühren will die Verwaltung weiter aufteilen, und zwar

  • 50 Prozent auf die Bestandsverwaltung (= Werbungskosten);
  • 50 Prozent auf die Umschichtung des Vermögens. Dieser Anteil wird dann nochmals aufgeteilt nach den Verkaufspreisen für
  • steuerpflichtige private Veräußerungsgeschäfte (= Werbungskosten bei den Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften) und
  • nicht steuerbare Umschichtungen (= Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen).

    Unser Tipp: In der Literatur ist diese Aufteilung umstritten. Anleger sollten daher die Berechnung ohne den dritten Schritt vornehmen.

    4. Halbeinkünfteverfahren beachten

    Dividenden und andere Gewinnanteile aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften unterliegen dem Halbeinkünfteverfahren. Die damit zusammenhängenden Werbungskosten werden auch nur hälftig berücksichtigt (§ 3c Absatz 2 EStG). Liegen sowohl voll der Einkommensteuer als auch dem Halbeinkünfteverfahren unterliegende Einnahmen vor und können die Werbungskosten nicht zugeordnet werden, werden diese aufgeteilt (Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 12.6.2002, Az: IV C 1 - S 2252 - 184/02; Abruf-Nr. 020873).

    Beispiel

    Die Vermögensverwaltungsgebühren in Höhe von 500 Euro werden dem Konto des Anlegers A am 31. Dezember belastet. Sie sind Werbungskosten. Der Bestand des Depots setzt sich aus 40 Prozent festverzinslichen Anleihen und 60 Prozent Aktien zusammen.

    A kann 40 Prozent der Gebühren voll (40 % x 500 Euro) und 60 Prozent zur Hälfte (60 % x 0,5 x 500 Euro) als Werbungskosten ansetzen. Es können also 350 Euro (200 Euro + 150 Euro) berücksichtigt werden.

    Quelle: Ausgabe 08 / 2005 | Seite 19 | ID 98598