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01.06.2005 | Rabattfreibetrag für Mitarbeiter in Maklerbüros

Was Sie als Büro-Inhaber wissen müssen

Üblicherweise verzichten Sie auf einen Teil Ihrer Courtage, wenn Ihre Mitarbeiter im Innen- und Außendienst Versicherungsverträge abschließen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Ihre Mitarbeiter diese Leistungen steuer- und sozialversicherungsfrei vereinnahmen. Wann das der Fall ist, lesen Sie nachfolgend.

Rabattfreibetrag

Der Rabattfreibetrag kommt in Betracht, wenn ein Mitarbeiter Waren oder Dienstleistungen von seinem Arbeitgeber erhält, die der Arbeitgeber nicht überwiegend für den Bedarf seiner Mitarbeiter herstellt, vertreibt oder erbringt (§ 8 Absatz 3 Einkommensteuergesetz [EStG]). Entscheidend ist dabei, dass die betreffende Leistung zusätzlich zum Lohn gezahlt wurde.

Der Freibetrag beträgt seit 2004 im Kalenderjahr 1.080 Euro. In diesem Rahmen sind die Vorteile beim Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei.

In Ihrem Fall zählen zu den Dienstleistungen die Vermittlungsleistungen, zum Beispiel die Vermittlung von Bauspar- und Versicherungsverträgen sowie von offenen und geschlossenen Fonds. Ob der Rabattfreibetrag greift, lässt sich nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Dies hängt vielmehr von der Gestaltung ab.

Erster Fall: Verzicht auf Courtagen im Voraus

Verzichten Sie im Voraus gegenüber dem Versicherer auf die Ihnen zustehenden Courtagen und zahlt der Mitarbeiter dafür günstigere Prämien als bei einem anderen Versicherern oder erspart er sich Abschlussgebühren bei Bausparverträgen, so gilt: Der Rabattfreibetrag greift (Bundesfinanzhof, Urteil vom 30.5.2001, Az: VI R 123/00, BStBl 2002 II, 230; Abruf-Nr. 011158).

Beachten Sie: Der Rabattfreibetrag ist aber auf die Höhe der Vermittlungs-Courtage begrenzt und kann nicht darüber hinausgehen, wie folgender Fall zeigt.

Beispiel

Versicherungsmakler A vermittelt Bausparverträge. Bei seinen eigenen Mitarbeitern verzichtet A auf seine Courtage. Die Mitarbeiter zahlen keine Abschlussgebühr.

Bezüglich der ersparten Abschlussgebühr gilt die Rabattregelung. Liegt die Ersparnis über den Courtage-Ansprüchen, ist bezüglich des über den Courtage-Ansprüchen liegenden Teils die Rabattregelung nicht anwendbar.

Beachten Sie: Es kommt natürlich auch vor, dass ein Mitarbeiter Versicherungsverträge an seine Familienangehörigen vermittelt und Sie im Voraus bereits auf Courtagen verzichten. In diesen Fällen greift der Rabattfreibetrag bei den Mitarbeitern nicht. Denn er wird "Arbeitnehmern" nur für Verträge gewährt, die sie für sich selbst vermittelt haben. Das ergibt sich klar aus § 8 Absatz 3 EStG.

Zweiter Fall: Provisionsabgabe an den Mitarbeiter

Anders sieht es bei folgenden Modellen aus: Sie vermitteln einem Ihrer Mitarbeiter eine Versicherung, erhalten dafür eine Courtage und geben diese an Ihren Mitarbeiter weiter. Oder der Versicherer zahlt die Courtage mit Ihrem Einverständnis direkt an Ihren Mitarbeiter aus - es fließt also tatsächlich Geld.

Sie geben keine Ware oder Dienstleistung an Ihren Mitarbeiter weiter, der Rabattfreibetrag greift nicht. Die weitergegebenen Courtagen wirken wie eine Lohnzahlung. Sie müssen für Ihren Mitarbeiter Lohnsteuer und Beiträge zur Soziaversicherung abführen.

44 Euro-Freigrenze nutzen

Liegen die Voraussetzungen für den Rabattfreibetrag nicht vor, kann aber eine steuerliche Vergünstigung im Rahmen der Freigrenze von 44 Euro monatlich in Betracht kommen (§ 8 Absatz 2 Satz 9 EStG).

Die Vorteile sind nicht steuerpflichtig, wenn

  • die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 44 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen und
  • die Sachbezüge nicht mit einem amtlichen Sachbezugswert anzusetzen sind, wie es zum Beispiel bei der freien oder verbilligten Überlassung einer Wohnung oder bei der privaten Nutzung eines betrieblichen Kfz der Fall ist.

    Es handelt sich um eine Freigrenze. Das heißt: Beträgt der Sachbezug 45 Euro, ist der volle Betrag als Arbeitslohn steuerpflichtig.

    Die Freigrenze ist anwendbar bei Job-Tickets und Warengutscheinen. Gutscheine an Arbeitnehmer, wie Tankgutscheine, sind nur steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn die Art der Zuwendungen und die Firma, bei der der Gutschein eingelöst werden soll, angegeben sind. Der Wert des Gutscheins darf nicht ausgewiesen sein.

    Wichtig: Nicht anwendbar ist die Freigrenze auf Zukunftssicherungsleistungen des Arbeitgebers (Bundesfinanzhof, Urteil vom 26.11.2002, Az: VI R 68/01; Abruf-Nr. 030890). Diese liegen auch vor, wenn Sie als Versicherungsnehmer dem Arbeitnehmer Versicherungsschutz verschaffen. Beispiel: Sie übernehmen für Ihre Mitarbeiter die Beiträge zu einer Direktversicherung in Höhe von monatlich 40 Euro.

    Quelle: Ausgabe 06 / 2005 | Seite 11 | ID 98561