logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Familienpflegezeitgesetz

Die Vereinbarung über die Familienpflegezeit richtig gestalten: Anspruch und Berechnung

von Dr. Guido Mareck, Direktor des Arbeitsgerichts Siegen

| Das Gesetz zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, das „Familienpflegezeitgesetz“ (FPflZG; Abruf-Nr. 114233), ist seit dem 1. Januar 2012 in Kraft. Ein Beispiel aus der Zahnarztpraxis zeigt die generellen Voraussetzungen für einen Anspruch auf Familienpflegezeit und die Berechnungsmodalitäten. |

Neue Wochenarbeitszeit - geändertes Gehalt

Um eine Grundlage für die Familienpflegezeit zu schaffen, bedarf es einer Einigung zwischen Zahnarzt und Mitarbeiterin, denn es besteht kein Rechtsanspruch darauf. Dies ist im Beispiel kein Hindernis, da der Zahnarzt bereit ist, seiner Mitarbeiterin Familienpflegezeit zu gewähren.

 

  • Beispiel

Die ZFA A will für ein Jahr ihre pflegebedürftige Mutter pflegen und ihre Arbeitszeit von 40 auf 25 Wochenstunden verringern. Sie erhält bisher ein Bruttogehalt von 3.000 Euro und ein Weihnachtsgeld in Höhe eines weiteren Bruttogehalts. Zahnarzt Z ist zu einer Vereinbarung mit A bereit, erklärt aber, dass ihn „die Sache im Endeffekt nichts kosten dürfe“.

 

Für die Dauer eines Jahres ist die Aufstockung um die Hälfte der Differenz zwischen dem bisherigen regelmäßigen Arbeitsentgelt ohne Zulagen und Einmalzahlungen und dem sich infolge der Verringerung ergebenden Arbeitsentgelt notwendig. Im vorliegenden Fall sind also die 3.000 Euro ohne Berücksichtigung des Weihnachtsgelds anzusetzen. A hätte bei 25 statt 40 Wochenstunden einen Verdienst in Höhe von 1.875 statt 3.000 Euro. Dieser wäre auf die Hälfte der Differenz - nämlich 562,50 Euro (1.125 Euro : 2) - aufzustocken. Insgesamt beläuft sich der Verdienst der A dann auf 2.437,50 Euro.

 

PRAXISHINWEIS | Auf Antrag gewährt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben dem Praxisinhaber ein zinsloses Darlehen in Höhe der Kosten dieser Aufstockung. Die Förderfähigkeit beträgt maximal 24 Monate. Eine Checkliste zu den Antragsvoraussetzungen einer möglichen Förderung finden Sie auf ppz.iww.de unter „Downloads“ in der Rubrik „Checklisten“.

 

Die 12 Monate sind daher im Rahmen. Die gesamte Kreditsumme wäre mit einem Betrag i.H.v. 12 x 562,50 Euro = 6.750 Euro anzusetzen.

 

Was gilt nach Ablauf des Pflegejahres?

Nach Ablauf des Pflegejahres wird der monatliche Aufstockungsbetrag bis zum Ausgleich des Wertguthabens bei jeder Entgeltabrechnung einbehalten. Auch dies muss in die Vereinbarung zwischen A und Z. Dabei zahlt Z dann das von ihm in Anspruch genommene Darlehen beginnend ab dem Monat, der auf das Ende der Förderfähigkeit folgt, an das Bundesamt für Familie zurück.

Quelle: Ausgabe 08 / 2012 | Seite 13 | ID 34713190