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· Fachbeitrag · Praxis-EDV

So bleibt der Praxiscomputer schnell und sicher

von Mirko Gründer, Medienbüro Medizin, Hamburg

| Jeder kennt es: Der neu gekaufte Computer schnurrt leise vor sich hin und gehorcht zügig allen Befehlen. Schon nach einem Jahr aber ist er lauter und langsamer geworden, der Systemstart braucht eine gefühlte Ewigkeit und der Desktop ist mit bunten Symbolen so überladen, dass niemand mehr durchblickt. Selbst das Internet scheint langsamer zu werden. Wer am Computer dauerhaft effizient arbeiten möchte, muss regelmäßig aufräumen und saubermachen. Wie das geht, zeigt dieser Beitrag. |

Schon beim Computerkauf: Ballast abwerfen

Hersteller und Händler bestücken Neugeräte häufig mit vorinstallierten Programmen und Service-Tools. Diese überflüssigen Programme, die Sie in der Praxis nie benötigen werden, belegen Speicherplatz auf der Festplatte und fressen oftmals auch aktive Ressourcen - zum Beispiel, wenn sie im Hintergrund unbemerkt ausgeführt werden. Sie sollten daher deinstalliert werden.

 

PRAXISHINWEIS |  Entfernen Sie Programme nie, indem Sie einfach den entsprechenden Ordner auf der Festplatte löschen. Denn so bleiben viele Elemente des Programms erhalten. Diese können dann im System dauerhaft für Ärger sorgen. Nutzen Sie stattdessen die Deinstallationsfunktion des betreffenden Programms oder die Funktion „Programm deinstallieren“ in der Windows-Systemsteuerung.

 

Ordnung: kein Platz für Ressourcenfresser

Auch im weiteren Leben des Computers sollten Sie stets nur notwendige Funktionen und Programme aktivieren. Achten Sie darauf, dass Sie nicht versehentlich ungewollte Programme installieren. Dabei muss es sich nicht einmal um echte Schädlinge wie Viren oder Trojaner handeln. Anbieter kostenloser Software bieten inzwischen üblicherweise während der Installation Partnerprogramme wie einen Virenscanner oder eine Toolbar für den Browser an, die nur geringen Nutzen haben, den Computer aber deutlich verlangsamen. Nicht zu vermeiden ist eine besonders lästige Gruppe solcher Programme: die sogenannten Update-Tools. „Windows Update“ ist dabei unverzichtbar, damit das System sicher und stabil läuft. Dass ähnliche Tools jedoch ständig im Hintergrund darauf achten, ob Adobe ein Update für den Acrobat Reader oder Apple eines für QuickTime anbietet, bindet unnötig Rechenkapazität. Daher sollten Sie den automatischen Start dieser Tools manuell deaktivieren.

 

PRAXISHINWEIS |  Einen Überblick darüber, was zurzeit auf Ihrem Computer los ist, können Sie mit dem „Task Manager“ gewinnen. Sie rufen ihn mit der Tastenkombination Strg+Alt+Entf auf und sehen dann, welche Programme und Prozesse ausgeführt werden.

 

Die richtige Festplattenhygiene

Neben laufender Software machen auch volle Speicher den Computer mit der Zeit langsamer. Daher sollten Sie den Computer regelmäßig von jenen Daten säubern, die sich durch die reine Benutzung ansammeln: Dazu gehören unter anderem temporäre Dateien, Caches sowie Wiederherstellungsinformationen. Windows bietet dafür die Funktion „Speicherplatz freigeben“, die automatisch den Großteil dieser obsoleten Daten entfernt.

 

Außerdem kann die Struktur der gespeicherten Daten auf der Festplatte auf Dauer zum Problem werden: Das große Durcheinander an gelöschten, überschriebenen und verschobenen Daten erzeugt einen hohen Rechenaufwand für Ihren Computer. Um hier aufzuräumen, können Sie die „Defragmentierung“ von Windows nutzen. Das System organisiert sich die Daten dann neu, sodass es optimal darauf zugreifen kann.

 

Eine Putzhilfe für den PC

Windows hält eine Reihe von Funktionen zur Systemhygiene bereit. Sie sind allerdings verstreut und decken nur einen Teil der Problemfelder ab. Daher kann es sich lohnen, in ein Programm zu investieren, das die Reinigungsarbeiten vollautomatisiert für Sie übernimmt. Es gibt hervorragende Tools mit einer großen Funktionsbreite, etwa die TuneUp Utilities oder den WinOptimizer. Beide Programme kosten rund 40 Euro pro Computer und bieten 
bedienerfreundliche Oberflächen, die dabei helfen, das System zu optimieren: Damit können Sie nicht nur defragmentieren und überflüssige Daten entfernen, sondern auch Ressourcenfresser mit wenigen Klicks löschen oder am Starten hindern. Beide Programme verfügen darüber hinaus über intelligente Ratgeber, die unerkannte Probleme identifizieren und passende Lösungen vorschlagen.

 

Schützen Sie sich vor Schädlingen!

Nicht nur die oben aufgelisteten Hygienemaßnahmen sind entscheidend: Denn die schlimmsten Ressourcenfresser im Computer sind häufig nicht die echten Programme, sondern Schädlinge wie Viren und Trojaner. Viele von ihnen richten keinen sichtbaren Schaden an, sondern werden unsichtbar im Hintergrund ausgeführt, um beispielsweise Daten von Ihrem Computer ins Internet zu senden. Neben dem reinen Putzen und Aufräumen der Speichermedien sollten Sie also stets zusätzlich Sicherheitsmaßnahmen ergreifen: Ein effizienter Virenschutz und eine Firewall gehören zur absoluten Pflichtausstattung jedes Computers. Dies gilt insbesondere für den Praxiscomputer, auf dem die persönlichen Daten unzähliger Menschen - Ihrer Patienten - 
lagern.

Die Lebensdauer von Computern ist begrenzt

Alle Putzdisziplin kann Ihren Computer nicht am Altern hindern. Auch die beste Hardware wird nach einigen Jahren Dauerbetrieb verschleißen. Denn Hitze und Staub sowie neue, immer ressourcenintensivere Programme belasten jeden PC. Früher oder später wird immer die Frage im Raum stehen: Muss ein neuer Rechner her?

Quelle: Ausgabe 12 / 2013 | Seite 3 | ID 42386674