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01.10.2006 | Patiententypologien, Teil 2

Der optimale Umgang mit aufdringlichen Patienten

In einer Beitragsserie beschäftigen wir uns in unregelmäßiger Folge mit den verschiedenen Patiententypologien und geben Ihnen konkrete Tipps zum Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen. Begonnen haben wir in der August-Ausgabe von „Praxisteam professionell“ mit den allseits gefürchteten „schwierigen“ Patienten. In diesem Beitrag geht es nun um aufdringliche Patienten.  

Allgemeingültige Abstandszonen werden verletzt

Aufdringliche Menschen haben scheinbar kein Gespür im sozialen Kontakt mit anderen. Sie erkennen einen aufdringlichen Menschen bereits an der Verletzung der Abstandszonen – dieser Patiententypus rückt Ihnen buchstäblich „auf die Pelle“. Wir unterscheiden im gesellschaftlichen Umgang vier Abstandszonen: die öffentliche, die gesellschaftliche, die persönliche Zone und die Intimzone.  

 

In der öffentlichen Zone bewegen wir uns, wenn wir mehr als 3,50 Meter Abstand von unserem Gegenüber wahren. Die gesellschaftliche Zone umfasst 3,50 bis 1,20 Meter Abstand. Dies ist der formell richtige Abstand, mit dem wir Fremden, neuen Kollegen oder einem Patienten begegnen. Die persönliche Zone zwischen 1,20 und 0,46 Meter beschreibt die private Distanz. Alles was unter 46 Zentimetern Nähe ist, bedeutet ein Eindringen in unsere Intimzone, in die sich nur Liebespartner, Eltern, beste Freunde, eventuell Verwandte und der Arzt bei einer Behandlung begeben dürfen.  

 

Gerade aufdringliche Patienten verletzen diese gesellschaftlich akzeptierten Distanzzonen häufig, indem sie andere Menschen unaufgefordert – zum Beispiel am Arm oder an der Hand – berühren. Sie treten ihnen buchstäblich zu nahe, so nahe, dass sie den Atem ihres Gegenübers spüren und – schlimmer noch – riechen können. Solch eine ungewollte Nähe wird als höchst unangenehm empfunden.