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· Fachbeitrag · Konfliktlösung

Alle im Team sind gleich, aber einige sind gleicher? So werden Sie allen Mitarbeiterinnen gerecht

von Anna Schmiedel, Dortmund, www.coaching-schmiedel.de

| Der Fall: Sandra ist eine langjährige Mitarbeiterin der Praxis und wird vom Praxisinhaber sehr geschätzt. Vor vier Jahren hat sie Zwillinge bekommen und ein Jahr lang pausiert. Seit ihrer Pause arbeitet sie als Teilzeitkraft in der Praxis. Wegen der Kinder kommt es immer mal wieder vor, dass sie zu spät zur Arbeit kommt oder kurzfristig ausfällt. Der Chef hat Verständnis dafür und Sandra arbeitet die Zeit später nach. Die Kolleginnen sind jedoch unzufrieden und haben das Gefühl, Sandra dürfe sich beim Chef alles erlauben, während bei ihnen auf die Einhaltung der Arbeitszeiten genau geachtet wird. |

In den Schuhen des anderen stehen

Ein Praxisinhaber, der sowohl seine Praxis als auch die darin beschäftigten Menschen sieht, wird ein großes Interesse daran haben, die Mitarbeiter zu halten, die die Praxis voranbringen. Das gelingt ihm am besten, wenn er der Lebenssituation der Mitarbeiterinnen gerecht wird. Eine junge Mutter entlastet es ungemein, zu wissen, dass sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen kann, weil beide Seiten Verständnis haben. Solange Sandra die Arbeitsstunden, für die sie bezahlt wird, auch tatsächlich abarbeitet, ist die Situation sowohl für sie als auch für den Chef in Ordnung. Aus Sicht der anderen Mitarbeiterinnen kann es jedoch leicht so aussehen, als würde hier eine Person bevorzugt. In einer Praxis bedeutet der Ausfall einer Kollegin immer Mehrarbeit für die anderen. Wenn die Chemie zwischen den Mitarbeiterinnen nicht gut ist, wird dieser Eindruck noch verstärkt.

„Die sind doch nur neidisch!“

„Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung” sagte einst der deutsche Dichter Wilhelm Busch. Jeder Mensch ist immer mal wieder mit Neid konfrontiert - mal offen und deutlich, häufig jedoch versteckt und verschleiert. Und jeder hat sicherlich schon einmal Neid empfunden. „Neid ist eine natürliche und spontane Reaktion bei Unterlegenheit“ schreiben die beiden Sozialpsychologen Dr. Jan Crusius und Dr. Thomas Mussweiler von der Universität Köln in ihrer Studie. Als soziale Wesen vergleichen wir uns ständig mit anderen. Der soziale Vergleich ist die Grundlage für Neid.