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05.05.2011 | Craniomandibuläre Dysfunktion

Funktionsanalyse: Erfolgreiche Diagnose und Behandlung einer CMD

Als Funktionsanalyse bezeichnet man ein diagnostisches Verfahren, bei dem die Funktion des Kausystems überprüft und dokumentiert wird. Normalerweise befindet sich das Kausystem - Zähne, Zahnhalteapparat, Kieferknochen und Kaumuskulatur - im Gleichgewicht. Die einzelnen Teile arbeiten reibungslos zusammen und es ergibt sich der „richtige Biss“. Kommt es zu Abweichungen von dieser Situation, kann sich im Laufe der Zeit eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) entwickeln. Dieser Beitrag erläutert die erfolgreiche Behandlung.  

Wie äußert sich eine CMD?

Zahnfehlstellungen, kieferorthopädische Behandlungen, Füllungen, Kronen, Brücken, Prothesen oder Zahnverlust können dazu führen, dass die Zähne beim Zusammenführen der Kiefer nicht mehr punktgenau aufeinandertreffen. Abweichungen von der Normalsituation führen aber nicht immer zu Beschwerden, da sich das Kausystem den Veränderungen bis zu einem gewissen Grad anpassen kann. Sind jedoch die Anpassungsgrenzen überschritten, kann sich eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) mit Muskelschmerzen, Zähneknirschen oder -pressen, abradierten Zähnen, Kiefergelenksknacken und eingeschränkter Mundöffnung entwickeln. Auch in den umgebenden Bereichen können Beschwerden wie Gesichts- und Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen bis zum Tinnitus, Schlafstörungen sowie Beschwerden im Nackenbereich und im Rücken auftreten.  

 

Das Besondere bei der CMD ist, dass sich die Beschwerden nicht auf das Kausystem beschränken, sondern auch in Körperteilen auftreten können, die nicht primär mit dem Kausystem in Verbindung stehen. Da jedoch eine Verbindung über die Nerven besteht, können Fehlbelastungen in einem Gelenk zu Schmerzen in einem anderen Gelenk führen. Diese Wirkung ist wechselseitig: Das Kiefergelenk kann Beschwerden im Lenden-Becken-Bereich verursachen, während eine Fehlstellung der Wirbelsäule zu einer CMD führen kann.  

Arten der Funktionsanalyse

Eine CMD kann mit der klinischen und/oder instrumentellen Funktionsanalyse diagnostiziert werden - unterstützt durch bildgebende Verfahren. Die visuelle und taktile Diagnose steht bei der klinischen Funktionsanalyse im Vordergrund. Die Kieferbewegungen und die Kiefergelenke werden beobachtet sowie eventuelle Verhärtungen der Muskulatur ertastet. Die instrumentelle Funktionsanalyse bedient sich der Hilfe von Apparaturen und Geräten. Hier wird die Lage der Kiefer bestimmt und die Funktion der Gelenke analysiert.  

Ursachen und Folgen einer CMD

Die Ursachen einer CMD sind vielschichtig. Neben Veränderungen im Biss führen insbesondere Stress, aber auch traumatische Veränderungen der Halswirbelsäule oder der Kiefergelenke und Operationen im Kopf- und Halsbereich zu einer CMD. Stress kommt eine besondere Bedeutung zu. Manche Menschen übertragen ihren Stress und ihre innere Anspannung auf das Kausystem. In Stresssituationen beißen sie die Zähne zusammen, was schnell zu Muskelverspannungen und damit zu einer Überlastung des Kausystems führt.