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05.01.2010 | Behandlungsassistenz

Routine ja, aber nicht auf Kosten von Einfühlungsvermögen und Geschicklichkeit!

Die Qualität der Betreuung während einer zahnärztlichen Behandlung spielt eine große Rolle bei der Patientenzufriedenheit. Eine routinierte ZFA kann dazu beitragen, dass die zahnärztliche Assistenz sicher und ruhig im Zusammenspiel mit dem Behandler abläuft. Wenn sie sich allerdings nicht mehr auf den jeweiligen Patienten einstellen kann, sondern die Behandlung mit wenig Einfühlungsvermögen nur noch „durchziehen“ will, wird dieses Verhalten dauerhaft zu Patientenverlusten und Konflikten mit ihrem Chef führen.  

Die Behandlungssituation

Die Mitarbeiterin Frau F. assistiert Dr. M. bei einer Füllung. Der Terminplan der Praxis hat sich wegen unvorhersehbarer Vorkommnisse bereits um 45 Minuten verzögert. Frau F. ist nervös, denn im Wartezimmer haben sich bereits einige Patienten über die längere Wartezeit beschwert. Nun ist die Patientin auch noch unruhig, schluckt ständig und will spülen. Frau F. saugt ab, jedoch hat ihr Chef sie bereits zweimal ermahnt, besser abzusaugen, damit die Patientin nicht so viel Wasser ertragen muss. Nach der Behandlung beschwert sich die Patientin darüber, dass sie durch das aus ihrer Sicht unprofessionelle Absaugen dauernd würgen musste. Sie geht sogar so weit, dass sie Dr. M das Versprechen abnimmt, bei der nächsten Behandlung eine andere Assistenz einzusetzen.  

Machen Sie sich die Abläufe immer wieder bewusst

Jeder Patient hat Ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient. Zeitverzögerungen im Praxisablauf sind zwar ärgerlich und sollten vermieden werden, dürfen aber die Behandlung eines Patienten nicht negativ beeinflussen. Nehmen Sie sich vor jeder Behandlung die Zeit, sich auf den nächsten Patienten einzustellen. Atmen Sie bei der Zimmervorbereitung bewusst tief durch, lassen Sie möglichst Frischluft ins Zimmer und werfen Sie einen ersten Blick in die Patientenkartei. Tipp: Spielen Sie einmal mit einer Kollegin durch, wie Ihre Patienten die Situation im Sprechzimmer erleben. Schlüpfen Sie in die Haut Ihres Patienten - so gewinnen Sie schnell den Überblick, was nicht zu seinem Wohl verläuft und optimiert werden sollte.  

Testen Sie regelmäßig Ihre Assistenz

Assistieren Sie regelmäßig bei der Behandlung einer Kollegin, um ein ehrliches und kritisches Feedback über Ihre Assistenzkünste zu erhalten. Nur wenn Sie wissen, wie sich Ihre Assistenz anfühlt, können Sie an ihr arbeiten. Im Testfall werden Sie eventuell daran erinnert, Ihren Sauger nicht auf der Zahnreihe des Patienten abzustützen, womöglich noch bei eingeklemmter Lippe.  

 

Ihre Kollegin wird Ihnen auch eine Rückmeldung dazu geben können, wie sensibel Sie die große Absaugkanüle im Mund bewegen und wie lästig und störend der Speichelsauger im Mundwinkel möglicherweise ist. Auch die Temperatur des Mundspülwassers sollte die Kollegin überprüfen - häufig ist es eiskalt und dadurch sehr unangenehm für den Patienten. Beachtenswert ist auch die richtige Einstellung der Rückenlehne und der Kopfstütze, die ebenfalls gemeinsam mit der Kollegin eingeübt werden kann.