· Fachbeitrag · Teamzufriedenheit
Untersuchung zur Arbeitszufriedenheit von MFA
| Die Mitarbeiterzufriedenheit ist ein ausschlaggebender Faktor für den Praxiserfolg. Ändert sich an der Zufriedenheit des Teams auf Dauer nichts, wirkt sich dies auch negativ auf die Patientenzufriedenheit und damit auf den Praxiserfolg aus. Vor diesem Hintergrund ermittelte das Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) aus Düsseldorf ( www.ifabs.de ) wie zufrieden MFA mit ihrer Arbeit sind. |
Die Studie
Für die Studie befragt wurden MFA aus 230 zufällig ausgewählten Praxen verschiedener Fachgruppen. Die Analyse erfolgte für die Bereiche „Arbeitsgestaltung“, „Zusammenarbeit“, „Motivation“ und „Praxismanagement“. Eingesetzt wurde eine Skalierung von „-5“ = „vollkommen unzufrieden“ bis „+5“ = „absolut zufrieden“, ergänzt durch eine Schulnotenskalierung für die Gesamtzufriedenheit. Die aktuell ermittelten Werte konnten mit denen einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen werden.
Insgesamt hat sich die Arbeitssituation aus Sicht der MFA zwischen 2010 und 2012 tendenziell weiter verschlechtert. Die Gesamtzufriedenheit der Mitarbeiterinnen betrug bei der Schulnotenskalierung 4,2 (2010: 3,9). Die Haupt-Defizite sind dabei nahezu unverändert: Wenig Freiheit für eigenständiges Handeln, kaum Möglichkeiten, eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge einzubringen, unzureichende Kommunikation mit dem Praxisinhaber, geringe Anerkennung, keine Förderung und Entwicklung von Fähigkeiten, schlechte Praxisorganisation.

Dies zeigt sich so auch im Analysebereich „Motivation“: Liegt die Motivation durch die Arbeit bei der Skalierung von -5 bis +5 noch im Bereich +2,6 (2010: +3,4), erreicht die Motivation durch den Praxisinhaber sogar einen negativen Wert von -0,2 (2010: + 0,6). Wenig überraschend ist auch die Zufriedenheit beim Gehalt: Der Wert von durchschnittlich +0,8 (2010: +0,6) zeigt, dass die Bezahlung zwar niemanden zum Weinen bringt, aber auch nicht zu Jubelstürmen anregt.
Im Bereich „Praxismanagement“ schneidet das Zeitmanagement der Praxisinhaber mit einem Wert von -3,7 (2010: -2,9) besonders schlecht ab, aber auch die Ablauf-Organisation kommt mit -4,2 (2010: -3,9) sehr schlecht weg.
Für die Analysebereiche „Arbeitsgestaltung“ und „Zusammenarbeit“ können Sie die Ergebnisse den folgenden Grafiken entnehmen.
Arbeitsgestaltung

Zusammenarbeit im Team

© IFABS/THILL
FAZIT | Die Ergebnisse zeigen, dass durch professionelle Führung und gezielte Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit - vor allem durch die Gewährung größere Handlungsspielräume und eine intensivere Kommunikation - die Arbeit in vielen Arztpraxen produktiver und damit auch betriebswirtschaftlich erfolgreicher ablaufen könnte. Gleichzeitig würde die Patientenzufriedenheit positiv beeinflusst und es käme zu vielfältigen Arbeitsentlastungseffekten für die Praxisinhaber. Voraussetzung ist jedoch ein Umdenken der Ärzte, denn bislang setzen erst 26 Prozent systematisch Führungsinstrumente ein. |