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· Fachbeitrag · Praxisleitbild

Die Praxisleitsätze müssen gelebt werden!

von Angelika Schreiber, Hockenheim

| Der erste Schritt zur Erstellung eines Praxisleitbilds zum Umgang im Praxisteam ist die gemeinsame Formulierung des angestrebten Selbstverständnisses der Praxis (lesen Sie dazu „PPA“ Nr. 8/2011). Die anschließende Umsetzung stellt eine Herausforderung dar, für die Überzeugungskraft, Disziplin und Geduld nötig ist. Um die Ausführung zu erleichtern, sollten Sie gleichzeitig mit der Strukturierung der Leitsätze die Messbarkeit der Zielerreichung sowie die dazugehörenden zeitlichen Meilensteine festlegen. |

Verleihen Sie den Leitsätzen Nachdruck!

Um die Bedeutung der zwischen Chef bzw. Chefin und dem Praxisteam abgestimmten Leitsätze hervorzuheben, sollten Sie diese offen sichtbar - zum Beispiel im Sozialraum - aushängen. Schöne Formulierungen, die nur als Wandschmuck dienen, führen allerdings zu keinem Ergebnis. Die Leitsätze müssen gelebt werden. Nur wenn Sie alle gemeinsam mit Engagement daran arbeiten, besteht die Aussicht auf eine erfolgreiche Umsetzung.

Das Qualitätsmanagement bietet Unterstützung

Bei der Umsetzung helfen Ihnen die Elemente aus dem Qualitätsmanagement. Die in Ausgabe 8/2011 unter den Stichpunkten „Information“, „Kompetenzen“ und „Entscheidungen“ aufgeführten Leitsätze sind weitestgehend anhand des QM-Handbuchs in den notwendigen turnusgemäßen Audits zu überprüfen. Die dort hinterlegten Stellenbeschreibungen enthalten beispielsweise die Festlegung der Kompetenzen. Auch Arbeitsanweisungen und Ablaufpläne sowie Checklisten für alle Arbeitsbereiche dienen der Überprüfung.

Umsetzung der Entscheidungen überprüfen

Wenn Sie aktuelle Themen in Ihrer Teambesprechung erläutern und Entscheidungen treffen, dann protokollieren Sie diese auch immer. In der Folgesitzung überprüfen Sie die Einhaltung und Umsetzung. Auch wenn die Einhaltung einmal getroffener Entscheidungen äußerst wichtig ist, bleibt doch zu berücksichtigen, dass der Praxisablauf keine statische Größe, sondern ein fließender Prozess ist. Somit beinhaltet die Kontrolle auch eine Reflexion, die - falls erforderlich - eine Anpassung an veränderte Situationen oder Abläufe ermöglicht.

Wie tolerant sind Sie wirklich?

Schwieriger gestaltet sich die Bewertung der in Ausgabe 8/2011 genannten Punkte „Umgang“, „Toleranz“, „Anerkennung“, „Unterstützung“ und „Kritik“. Denn wie offen und ehrlich Sie wirklich miteinander umgehen, liegt sowohl an den einzelnen Teammitgliedern, als auch am Gesamtgefüge des Teams. Die Praxiskultur muss gepflegt werden, das Team zusammenwachsen. Es bedarf einer gewissen Übung, um sowohl Anerkennung als auch konstruktive Kritik äußern zu können. Kritik darf keinesfalls verletzend wirken. Die sachliche Ebene muss stets gewahrt bleiben.

Kummerkasten einrichten

Ist der Weg zum offenen Gespräch versperrt oder fehlt Ihnen einfach der Mut dazu, gibt es die Möglichkeit, einen Kummerkasten einzurichten. Hier können Sie Beschwerden zu Verletzungen der Leitsätze äußern und natürlich Vorschläge zur Verbesserung der Umsetzung machen. Zur turnusgemäßen Teambesprechung nehmen Sie die Eingaben aus dem Kummerkasten als Programmpunkt in die Tagesordnung auf und besprechen diese.

Mitarbeiter- und Patientenbefragungen durchführen

Alternativ ist auch eine jährlich durchgeführte anonyme Mitarbeiterbefragung zum Arbeitsumfeld hilfreich. Die Mitarbeiterbefragung ist eine Möglichkeit, durch gezielte Fragestellungen mehr über die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erfahren und gleichzeitig Meinungen und Anregungen zu erhalten.

 

Eine Patientenbefragung gibt weiteren Aufschluss über Ihr Team. Ihre Patienten erkennen auch Spannungen und Missgunst innerhalb des Teams. Beispielsweise könnten Sie Fragen nach Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, fachlicher Kompetenz, Flexibilität und angenehmer Atmosphäre aufnehmen.

Fazit

Die Umsetzung der Leitsätze stellt einen fortschreitenden Prozess dar. Dauerhafte Zufriedenheit wird sich nicht von selbst einstellen. Ein Abschluss der Bemühungen um ein funktionierendes Team bedeutet Stillstand. Vielmehr sollten Sie ein ständiges Bemühen um Verbesserung anstreben. Und dies ist automatisch mit lebenslangem Lernen verbunden. Es gibt vielfältige interne und externe Möglichkeiten, sich fortzubilden und den eigenen Wissensstand zu erweitern.

 

Weiterführende Hinweise

  • Das interne Audit - eine Team-Aufgabe „Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 1/2011, S. 14
  • Fragen stellen und nicht verhören: Die Durchführung eines internen Audits „Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 11/2008, S. 12
  • Überprüfung des Qualitätsmanagement-Systems durch interne Audit„Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 9/2008, S. 16
  • Wie können Sie durch eine Fragebogenaktion die Patientenzufriedenheit erhöhen? „Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 6/2009, S. 10
  • Lesen Sie zum Thema Patientenbefragung auch den Beitrag auf Seite 14 dieser Ausgabe!
Quelle: Ausgabe 09 / 2011 | Seite 8 | ID 27744870