· Fachbeitrag · Potenzielle NachwuchsKräfte
Praktikanten in der Praxis richtig einsetzen
von Maja Seimer, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg
| Praktikanten zu beschäftigen, ist für die Arztpraxis eine gute Möglichkeit der Personalakquise: Praktikanten, die ihre Aufgaben besonders gewissenhaft erledigen und Freude am Umgang mit Patienten haben, könnten Ihre zukünftigen Auszubildenden sein. Was Sie beachten müssen und wie Sie Praktikanten am besten einsetzen, fasst PPA zusammen. |
Rechtliche Grundlagen
Auch für in der Arztpraxis nur vorübergehend Beschäftigte gelten bestimmte Vorgaben, die einen reibungslosen Ablauf des Praktikums sicherstellen.
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Schweigepflicht |
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Arbeitszeiten |
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Schutzimpfungen |
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Hygienevorschriften |
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Unfallverhütung und Arbeitsschutz |
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Einweisung und feste Ansprechperson
Nachdem Sie den Praktikanten mit dem Team, den Praxisräumen und den notwendigen gesetzlichen Vorschriften vertraut gemacht haben, kann er an Ihrem Praxisalltag teilnehmen. Damit dieser möglichst routiniert ablaufen kann, sollte der Praktikant eine feste Ansprechperson haben.
PRAXISHINWEIS | Fragen Sie im Team nach, wer Interesse an dieser Aufgabe hat. Manchen MFA liegt es mehr als anderen, Dinge zu erklären und Wissen weiterzugeben. Die Ansprechperson kann auch im Lauf des Praktikums wechseln. |
Schritt für Schritt eigene Aufgaben übernehmen
In den ersten zwei Tagen kann der Praktikant Ihnen bei Ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Erklären Sie ihm dabei die Tätigkeiten, die Sie verrichten. Im Laufe der Zeit können Sie ihm nach und nach eigene Aufgaben übertragen. Fangen Sie dabei mit einfachen Tätigkeiten an, wie etwa die Patienten im Wartezimmer aufzurufen. Später können Sie Ihrem Praktikanten auch das Termin-System erklären und ihn selbst Termine eintragen lassen.
- Weitere Aufgaben für Praktikanten
- Patienten am Empfang aufnehmen und die Behandlung vorbereiten:
- Patientenakte für den Arzt bereitlegen
- Patientendaten in der Computersoftware aufrufen
- Behandlungsraum vorbereiten
- Anrufe entgegennehmen
- Blutdruck messen
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Praktikanten dürfen keiner erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt werden. Damit ist der Umgang mit Speichel, Urin und Blut unzulässig. Ebenso wenig dürfen sie Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr ausüben, etwa mit scharfen oder spitzen Gegenständen wie Skalpellen oder Spritzen.
PRAXISHINWEIS | Wenn Praktikanten während der Behandlung eines Patienten anwesend sein sollen, müssen Sie sich vorher die ausdrückliche Erlaubnis des Patienten einholen. Fragen Sie hierfür am besten Patienten, die Sie gut kennen und bei denen Sie sich vorstellen können, dass sie nichts dagegen haben. |
Praktikanten emotional einbeziehen
Wenn Sie im Praxisalltag ein wenig Luft haben, nehmen Sie sich Zeit, um dem Praktikanten bestimmte Abläufe und Besonderheiten in der Praxis zu zeigen. Sie können sich etwa eine Patientenakte gemeinsam anschauen und dabei erklären, wofür der Arzt welche Informationen benötigt. Versuchen Sie auch, Ihren Praktikanten zu fordern: Stellen Sie Fragen wie
- „Warum ist diese Information wichtig für den Arzt?“
- „Kannst Du Dir vorstellen, was wir im nächsten Schritt erledigen müssen?“
- „Was würdest Du dem Patienten in dieser Situation sagen?“
PRAXISHINWEIS | Sollte es im Laufe des Praktikums zu schwierigen Patientenkontakten kommen, sprechen Sie mit Ihrem Praktikanten darüber. Fragen Sie, wie er sich in der jeweiligen Situation gefühlt hat und welche Gedanken ihn beschäftigen. Bedenken Sie, dass Situationen, die für Sie alltäglich sind - etwa, wenn sich Patienten beschweren -, für Praktikanten neu sind und sie belasten können. |
Weiterführender Hinweis
- Musterbelehrung zur Schweigepflicht online unter www.aerztekammer-bw.de