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· Fachbeitrag · Fortbildung

Fortbildung Onkologie: Patienten qualifiziert betreuen

von Maja Seimer, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

| Dank des medizinischen Fortschritts können Ärzte Krebserkrankungen immer früher diagnostizieren. Das verbessert nicht nur die Heilungschancen für Betroffene, sondern sorgt auch für eine steigende Zahl an Krebsdiagnosen. Damit wächst der Bedarf an qualifizierten MFA, die Ärzte bei der ambulanten Versorgung von Tumorpatienten entlasten können. Die Fortbildung Onkologie vermittelt Ihnen die Fertigkeiten, die dafür notwendig sind. Sie ist dadurch eine sinnvolle Investition für Ihren Praxischef. |

Erwerb psychologischer und medizinischer Fachkompetenz

Die Diagnose „Krebs“ ist für Patienten und deren Angehörige oft ein schwerer Schock. Deshalb erfordert die Betreuung von Tumorpatienten neben medizinischem Fachwissen vor allem psychologische Kompetenzen.

 

Mit Ängsten und Sorgen umgehen

Auch wenn Krebs heute gut zu behandeln ist, bleibt er eine gefährliche Krankheit. Bei Betroffenen löst eine Krebsdiagnose oft Ängste und Sorgen aus, die von der Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren bis zur Angst vor dem Tod reichen. Oft ist auch die Angst vor der Therapie und ihren unerwünschten Wirkungen größer als die Angst vor der Erkrankung selbst (siehe PPA 05/2015, Seite 10).

 

In der Fortbildung Onkologie erfahren Sie aber nicht nur, welche Gedanken Patienten, die an Krebs erkranken, umtreiben und belasten. Sie lernen auch, mit Patienten richtig umzugehen und ihnen dabei zu helfen, mit ihren Sorgen besser fertig zu werden. Dazu vermittelt Ihnen die Fortbildung verschiedene Bewältigungsstrategien, die Patienten den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtern sollen.

 

Patienten medizinisch versorgen

Viele Tumorpatienten verbringen nur eine gewisse Zeit im Krankenhaus, meistens rund um eine größere Operation. Ein Großteil der Therapie findet dann in der Praxis statt. Ist keine Operation erforderlich, behandeln Ärzte Patienten oftmals ausschließlich ambulant. Als MFA unterstützen Sie Ihren Praxischef, indem Sie verschiedene Aufgaben übernehmen:

 

  • Überprüfung und Dokumentation von Stoffwechselparametern, individuellen Symptomen und Schmerzen
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Dokumentation sämtlicher Therapiemaßnahmen und Behandlungsergebnisse
  • Beratung von Patienten zu verschiedenen Anliegen bezüglich ihrer Erkrankung, zum Beispiel zur richtigen Ernährung oder zu Fragen rund um Patientenverfügungen und -vollmachten (siehe PPA 01/2015, Seite 14).

Unterrichtsinhalte der Fortbildung

In insgesamt neun Modulen, die insgesamt über 90 Stunden theoretischen und fachpraktischen Unterricht umfassen, erwerben MFA alle erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie für die Betreuung von Tumorpatienten benötigen.

 

Modul 1: Kommunikation und Gesprächsführung (8 Stunden)

Hier lernen MFA, Gesprächstechniken anzuwenden und Strategien zur Konfliktlösung einzusetzen.

 

Modul 2: Wahrnehmung und Motivation (8 Stunden)

Dieses Modul stellt Modelle zur Selbst- und Fremdwahrnehmung vor. MFA lernen hier, das soziale Umfeld von Patienten einzuschätzen. Außerdem erfahren sie, welche Besonderheiten sie bei welcher Patientengruppe beachten sollten.

 

Modul 3: Allgemeine medizinische Grundlagen Onkologie und Palliativmedizin (5 Stunden)

Das dritte Modul vermittelt MFA nicht nur theoretisches Wissen, etwa zu Diagnostik, Therapieverfahren sowie Risikofaktoren und Vorsorgemaßnahmen. Sie erfahren hier auch die konkreten Aufgaben, die sie in der Praxis übernehmen.

 

Modul 4: Versorgung und Betreuung der Patienten (4 Stunden)

Dieses Modul schult MFA in den verschiedenen Maßnahmen, die zur ambulanten Therapie von Krebspatienten durchzuführen sind, unter anderem Ernährungsmaßnahmen, Stoffwechsel- und Schmerzkontrolle.

 

Modul 5: Psychosoziale Bewältigungsstrategien für Mitarbeiter/innen in der onkologischen und palliativmedizinischen Versorgung (10 Stunden)

Patienten, die an Krebs erkrankt sind, zu betreuen, kann belastend sein. Daher lernen Sie in diesem Modul, Stressbelastungen zu reflektieren und Strategien zur Stressbewältigung anzuwenden.

 

Modul 6: Spezielle onkologische Grundlagen, Krankheitsbilder und Therapien (28 Stunden)

Der sechste Abschnitt ist der umfangreichste. Die Lerninhalte bestehen unter anderem aus den unterschiedlichen Krebserkrankungen, verschiedenen Behandlungsmethoden und damit verbundenen Komplikationen. Auch Maßnahmen zur Stammzelltransplantation lernen MFA hier kennen. Ein Ziel dieses Moduls ist außerdem, die Tumorzellentwicklung und Tumorbiologie zu verstehen. Zudem lernen MFA hier, wie sie mit Medikamenten wie Zytostatika und Bluttransfusionen umgehen und wie sie in Notfällen intervenieren.

 

Modul 7: Dokumentation und rechtliche Grundlagen (5 Stunden)

Wichtig ist bei der Tumortherapie, alle Maßnahmen und Behandlungsergebnisse ordnungsgemäß zu dokumentieren. Das Modul 7 vermittelt nicht nur wesentliche Dokumentationsarten und Formen der Therapiekontrolle, sondern auch Wissen zum sogenannten Krebsregister und zu relevanten Fragen des Sozialrechts. Außerdem erhalten MFA hier praktische Informationen im Umgang mit Patientenverfügungen und -vollmachten.

 

Modul 8: Therapeutische und pflegerische Maßnahmen (13 Stunden)

Hier erfahren MFA, wie sie ausgewählte Pflegetechniken anwenden, zum Beispiel Katheter- und Portsysteme. Ebenso lernen sie, wie sie Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Atembeschwerden erfassen. Des Weiteren vermittelt das Modul praktisches Wissen zu Ernährungsmaßnahmen und zum Einsatz von Sonden.

 

Modul 9: Psychoonkologische Grundlagen/Rehabilitation (9 Stunden)

Abschließendes Thema ist die Psychoonkologie. MFA lernen hier die Aufgaben dieses Bereichs kennen. Konkret erfahren sie, welche psychosozialen Auswirkungen Krebserkrankungen auf Patienten haben und welchen psychosozialen Belastungen sie ausgesetzt sind. Um Patienten kompetent unterstützen zu können, werden MFA in diesem Modul in Bewältigungsstrategien geschult. Sie lernen auch, Nachsorge und Reha-Maßnahmen zu begleiten.

Schulungen, Praktika und Hausarbeit

Die Fortbildung umfasst insgesamt 120 Stunden. Zu den 90 Unterrichtsstunden kommen noch 24 Stunden Praktikum (zweitägiges Praktikum in einer onkologischen Einrichtung, zum Beispiel in einer Tagesklinik und ein Tagespraktikum in einer ambulanten Hospiz- oder Palliativeinrichtung) und eine abschließende Hausarbeit im Umfang von 6 Stunden hinzu. Abschlussprüfung ist ein 15-minütiges Kolloquium. Zugelassen wird, wer mindestens 90 Prozent des Unterrichts besucht hat und die Praktika sowie die Hausarbeit nachweisen kann. Die Teilnehmerin erhält am Schluss ein Zertifikat des Veranstalters.

 

PRAXISHINWEIS | Nach Online-Recherche der Redaktion schwanken die Kosten für die Fortbildung je nach Anbieter zwischen 400 Euro (gesponsert) und knapp 1.900 Euro. Vergleichen lohnt sich also!

 

Weiterführender Hinweis

Quelle: Ausgabe 06 / 2015 | Seite 18 | ID 43325949