· Fachbeitrag · Fortbildung
COPD: Fortbildungen für die MFA
von Ursula Katthöfer, Wissenschaftsjournalistin, Bonn, www.textwiese.com
| Damit die Behandlung eines COPD-Patienten möglichst wirksam ist, müssen Hausarzt- und Facharztpraxis Hand in Hand arbeiten. Da diese Zusammenarbeit angesichts der Desease-Management-Programme zunehmend intensiver wird, kommt der MFA eine Schlüsselrolle zu. Sie übernimmt die Kommunikation zwischen beiden Praxen und sorgt für eine Kooperation, die letztlich dem Patienten zugutekommt. Um MFA für diese Aufgaben zu schulen, bietet der Bundesverband der Pneumologen (BdP) drei unterschiedliche Fortbildungen an. PPA fasst die wichtigsten Informationen zusammen. |
Ziel: COPD stärker in den Fokus der Hausarztpraxis rücken
COPD gehört in den lungenfachärztlichen Praxen zu den Schwerpunkten, aber noch nicht in den Hausarztpraxen. Hier möchte der BdP diese Volkskrankheit stärker in den Fokus rücken. MFA lernen, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, die Therapietreue der Patienten zu erhöhen, die Therapieerfolge zu verbessern und damit die Lebensqualität trotz COPD zu steigern. Durch die Fortbildung erhalten MFA in ihrer Praxis ein Spezialgebiet als
- Hausärztlich-pneumologische/r Praxisassistent/in (HPPA),
- Pneumologische/r Assistent/in (PA) oder
- Pneumologische/r Fachassistent/in (PFA).
Hausärztlich-pneumologische/r Praxisassistent/in (HPPA)
Die fünfstündige HPPA-Schulung ist als Einstiegsseminar für MFA aus Hausarztpraxen angelegt. Sie vermittelt das Basiswissen einer leitliniengerechten Behandlung von COPD-Patienten. Die Schulung findet jeweils an einem Nachmittag statt und gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. In der Theorie geht es unter anderem um
- Grundlagen zu COPD,
- Diagnose und dazu benötigte Tests (CAT) sowie Apparate,
- Therapiemöglichkeiten: medikamentös / inhalativ, Umgang mit Inhalatoren und Aerosolen,
- Selbstmanagement und Compliance des Patienten,
- Schulungsprogramme für die Patienten (zum Beispiel COBRA) und
- Untersuchung und Beurteilung der Lungenfunktion.
Praktischer Unterricht steht im Mittelpunkt des zweiten Teils. In einem Workshop lernen die Teilnehmer, Inhalationssysteme richtig anzuwenden und die Handhabung an die Patienten zu vermitteln. In einem zweiten Workshop steht die Spirometrie auf dem Stundenplan.
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50,00 Euro |
Pneumologische/r Assistent/in (PA)
Die Fortbildung „Pneumologische/r Assistent/in (PA)“ setzt nicht nur die erfolgreich abgeschlossene Prüfung zur MFA, sondern auch die zweijährige Berufserfahrung in einer pneumologischen Praxis oder Klinik voraus. Die Schulung umfasst 120 Unterrichtsstunden und gliedert sich in die Teile A, B und C, die an fünf Wochenenden stattfinden. Die Präsenzphasen werden durch Onlinekurse ergänzt. Therapie und Diagnostik von COPD werden deutlich ausführlicher behandelt als in der HPPA-Schulung. Hinzu kommen Inhalte zu Praxismanagement und Qualitätssicherung.
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Pneumologische/r Fachassistent/in (PFA)
Wer die PA-Fortbildung abgeschlossen hat, kann sich weiter zur Pneumologischen Fachassistentin (PFA) qualifizieren. Ihre Aufgabe ist, den Pneumologen in der Praxis bei Standard-Indikationen zu entlasten. Die Schulung dauert drei Tage, die einwöchige Hospitation in einer Praxis gehört dazu.
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Abschlussprüfungen
Alle oben genannten Fortbildungen schließen jeweils mit einem Multiple Choice Test ab. Nach bestandener Abschlussprüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat des BdP. Die Fortbildungen sind durch die Bundesärztekammer anerkannt.
Anbieter und Referenten
Die Fortbildungen werden vom Bundesverband der Pneumologen angeboten und von der med info GmbH mit Sitz im schwäbischen Heidenheim organisiert. Die Fortbildungen finden bundesweit in Facharztpraxen statt. Die Dozenten sind jeweils Pneumologen bzw. deren medizinisches Fachpersonal.
Weiterführende Hinweise
- Detaillierte Informationen zu Terminen und Orten gibt die Geschäftsstelle des BdP unter der Telefonnummer 07321 94691-80.
- Anmeldeformular online unter www.pneumologenverband.de