· Fachbeitrag · Unbeabsichtigte Delegation
MFA müssen Patienten (notgedrungen) über Medikamente aufklären
| Niedergelassene Ärzte klagen immer wieder über eine unzureichende Medikamenten-Compliance ihrer Patienten. Eine aktuelle Befragung des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) zeigt, dass Ärzte für diese Situation zum Teil selbst verantwortlich sind. |
So ergab die Befragung von 300 zufällig ausgewählten MFA, die in Hausarztpraxen arbeiten, dass 56 Prozent von ihnen regelmäßig von Patienten zu Medikamenten befragt werden. Die Patienten wollen dabei vor allem wissen (Mehrfachnennungen): „Was bewirkt das Medikament genau?“ (81 Prozent), „Mit welchen Nebenwirkungen muss/kann gerechnet werden?“ (76 Prozent), „Wie funktioniert das Präparat (Wirkmechanismus)?“ (69 Prozent) und „Kann es zu Problemen mit den Medikamenten kommen, die bereits eingenommen werden?“ (62 Prozent).
21 Prozent der befragten MFA werden mehrmals am Tag zu den Verschreibungen um Rat gefragt, 38 Prozent mehrmals in der Woche und 41 Prozent mehrmals im Monat. Die Ergebnisse der Befragung werden durch die Resultate aus Patientenzufriedenheits-Befragungen untermauert, in denen häufig beklagt wird, dass Ärzte zu wenig über Medikamente informieren. Doch ohne Patientenmotivation keine Compliance!