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· Fachbeitrag · Korrekte Technik

Subkutane Injektionen richtig durchführen

von Bernd Hein, Fachjournalist Gesundheitswesen, Buch am Buchrain

| Die Verabreichung von Arzneimitteln in das Unterhautfettgewebe (subkutane oder s.c.-Injektion) ist die häufigste Form der Injektion. Sie gehört zum Aufgabengebiet von MFA. Die wichtigste Anforderung an die Durchführung ist eine kompromisslose Umsetzung der Hygieneregeln. Fehler bei der Handhabung können dem Patienten schweren Schaden zufügen. |

Vorbereitung der Injektion

Die Vorbereitung von Injektionen folgt immer denselben Prinzipien - egal, in welche Körperstruktur sie erfolgen sollen (für eine Checkliste zum Download siehe weiterführende Hinweise). Der wichtigste Grundsatz lautet: Alle Materialien, die mit dem Körperinnern in Kontakt kommen, müssen steril sein.

 

  • Vorbereitung von Injektionen - das müssen Sie beachten!
  • Da Sie nur in seltenen Fällen vollständig über die Erkrankungen des Patienten informiert sind, müssen Sie immer ein Infektionsrisiko annehmen. Tragen Sie deshalb zu allen Injektionen Einmalhandschuhe. Nur so vermeiden Sie den Kontakt mit dem Blut des Patienten, das aus dem Stichkanal austreten kann.
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  • Verwenden Sie jede Kanüle nur einmal und beachten Sie die Herstellerangaben. Deren Garantie bezieht sich nur auf die einmalige Benutzung (single use).
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  • Desinfizieren Sie vor jeder Injektion die Injektionsstelle (siehe PPA 12/2013, Seite 12). Die Desinfektion dient dem Schutz des Patienten, weil sie das Eindringen von Verunreinigungen oder Krankheitserregern von der Hautoberfläche ins Gewebe verhindert. Die korrekte Hautdesinfektion umfasst zwei Schritte:
    • Besprühen Sie die Injektionsstelle mit einem geeigneten (vorzugsweise alkoholischen) Desinfektionsmittel und wischen es mit einem Zellstofftupfer ab. (Nicht auf der Haut hin und her reiben, sondern nur einmal in eine Richtung wischen.)
    • Besprühen Sie anschließend das Areal noch einmal mit einem dünnen Film des Desinfektionsmittels und lassen ihn trocknen (dauert etwa 30 Sekunden). Dann berühren Sie die so vorbereitete Haut nicht mehr.
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  • Hinweis | Die zweiteilige Hautdesinfektion ist vor allem bei intramuskulären Injektionen notwendig. Für s.c.-Injektionen kann der erste Schritt genügen. Es schadet jedoch nicht, wenn Sie auch hier vollständig vorgehen.
 

Merke | Viele Patienten, zum Beispiel Diabetiker, führen s.c.-Injektionen selbstständig aus. Sie können dabei auf die Hautdesinfektion verzichten und müssen auch die Nadeln der Injektionshilfe (Pen) nicht nach jeder Benutzung wechseln. Zwar beurteilen Experten die mehrfache Verwendung der feinen Kanülen kritisch, weil deren Spitzen durch die Punktion der Haut verbiegen und bei jedem weiteren Stich größere Gewebeverletzungen verursachen, doch ein hygienisches Problem entsteht daraus in häuslicher Umgebung offenbar nicht.

 

Durchführung der Injektion

Die Technik platziert die Arzneimittellösung direkt in das Unterhautfettgewebe. Dazu durchsticht die Kanüle die Hautschichten, bis ihre Spitze sicher im Fettgewebe liegt (Checkliste zum Download siehe weiterführende Hinweise).

 

Der Querschnitt der Haut ist unabhängig vom Körpergewicht und beträgt bei allen erwachsenen Menschen etwa 0,4 bis 4 Millimeter. Übergewichtige haben im Gegensatz zu mageren (kachektischen) Menschen ein deutlich stärker ausgeprägtes Unterhautfettgewebe. Das Infektionsrisiko ist bei s.c.-Injektionen nicht so groß wie bei Punktionen des Muskels.

 

 

 

Vorsicht | Greifen Sie bei der s.c.-Injektion eine Hautfalte, die ausschließlich die Haut und das subkutane Fettgewebe umfasst. Auf keinen Fall dürfen Sie Muskelgewebe mit anheben!

Regelmäßige Injektionen: So schützen Sie die Haut

Viele Patienten (vor allem Diabetiker) benötigen mehrmals täglich eine s.c.-Injektion. Da die Injektionen überwiegend in den Bauch verabreicht werden, kann es in den dafür genutzten Hautarealen zu bindegewebigen, knotigen Veränderungen kommen, die im Extremfall die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper behindern. Die Orientierung an einem Spritzenkalender, nach dem man die Injektionsorte regelmäßig anhand eines festen Schemas wechselt, kann dieses Problem verhindern oder verzögern (Link zu einem Muster siehe weiterführende Hinweise).

 

Weiterführende Hinweise

  • Checkliste zur Vorbereitung von Injektionen online unter ppa.iww.de > Downloads > Vorbereitung einer Injektion.rtf
  • Checkliste zur Durchführung subkutaner Injektionen online unter ppa.iww.de > Downloads > Durchführung einer s.c.-Injektion
Quelle: Ausgabe 01 / 2016 | Seite 10 | ID 43728663