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· Fachbeitrag · IT-Sicherheit

Datensicherung nach dem „Großvater-Vater-Sohn-Prinzip“

von Marie Reiter, MFA, Düsseldorf, www.deinberichtsheft.de 

| Durch die aktuelle Diskussion um den Missbrauch digitaler Daten hat das Thema „IT-Sicherheit in der Arztpraxis“ weiter an Bedeutung gewonnen. Doch eine Arztpraxis sollte ihre Daten nicht nur vor Missbrauch, sondern auch vor versehentlichem Löschen oder Überschreiben sowie vor Schäden durch Feuer, Wasser und Naturkatastrophen schützen. Dabei hat sich das sogenannte „Großvater-Vater-Sohn-Prinzip“ besonders bewährt. |

Funktionsweise des „Großvater-Vater-Sohn-Prinzips“

Beim „Großvater-Vater-Sohn-Prinzip“ werden immer mehrere Sicherungen in verschiedenen zeitlichen Abstufungen vorgenommen, um alle Daten (kurz-, mittel- bis langfristig) aus der vorherigen Stufe jederzeit wiederherstellen zu können. Dafür wird zunächst das Speichermedium festgelegt (zum Beispiel USB-Stick). Anschließend werden die Speichermedien in Sohn-“, „Vater-“ und „Großvater-“Medien eingeteilt (siehe Grafik).

 

 

Ausführliche Anleitung für das Jahr 2016

Im folgenden Beispiel wird das „Großvater-Vater-Sohn-Prinzip“ für das Jahr 2016 auf eine Fünf-Tage-Woche in der Praxis angewendet. Dabei kommen - wie aus der Grafik ersichtlich - insgesamt 21 USB-Sticks zum Einsatz: S1 - S4 für „Sohn“, V1 - V5 für „Vater“, G1 - G12 für „Großvater“. Idealerweise hat jede Gruppe von Speichermedien eine eigene Farbe.

 

  • Zeitplan der Datensicherung für das Jahr 2016

Januar 2016,1. Woche

Am Montag, 4. Januar, wird die Sicherung des PCs auf S1 vorgenommen. Am Dienstag, 5. Januar, wird die S2-Sicherung durchgeführt. An den beiden folgenden Tagen verhält es sich für die Medien S3 und S4 ebenso. Am Freitag, 8. Januar, erfolgt die erste Wochen-Sicherung mit V1.

Januar 2016, 2. Woche

Am Montag, 11. Januar, erfolgt die Sicherung wieder auf S1 (jedes „Sohnh“-Medium wird immer nach einer Woche überschrieben). Ebenso werden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag auf S2 - S4 gesichert. Am Freitag, 15. Januar, erfolgt die zweite Wochensicherung auf V2.

Januar 2016, 3. und 4. Woche

Wie oben beschrieben, werden die Sicherungen S1 - S4 wieder am jeweiligen Wochentag überschrieben. Am Freitag, 22. und 29. Januar, kommen die letzten Vater-Medien zum Einsatz: V3 und V4. Da der Freitag, 29. Januar auch gleichzeitig der letzte Werktag des Monats Januar ist, wird zusätzlich noch die erste Monatssicherung auf das Medium G1 abgelegt.

Hinweis | Die Medien G1 bis G12 kommen immer am letzten Werktag des Monats zum Einsatz, unabhängig vom Wochentag (Montag, Dienstag, Mittwoch, usw.). Die Sicherungen auf S1 - S4 und V1 - V5 laufen parallel dazu ab.

Februar 2016

Der Monat Februar läuft bezüglich der Sicherungen analog zum Januar. Am Freitag, 5. Februar wird erstmals die V1-Sicherung überschrieben (also alle vier Wochen). Dies gilt ebenso für die folgenden V-Sicherungen. Am Montag, 29. Februar wird ganz normal die S1-Sicherung überspielt. An diesem Tag findet ebenfalls die G2-Sicherung für den kompletten Monat statt.

März bis Dezember 2016

Die Wochensicherung S1 - S4 und V1 - V5 laufen analog zu den vorher angeführten Monaten ab. Am 30. Dezember erfolgt auch die letzte Großvater-Sicherung, nämlich G12.

Januar 2017

Der 31. Januar ist der letzte Werktag des Monats. Es erfolgt wieder die Monatssicherung auf G1 - dieses Medium wird also zum ersten Mal, nach 12 Monaten, überschrieben. Auf diese Weise können Daten wiederhergestellt werden, die bis zu ein Jahr zurückliegen.

 

Worauf sollten Sie bei der Datensicherung achten?

Der Speicherplatz der USB-Sticks sollte für den jeweiligen Zweck angepasst sein. So sind 6 GB-Sticks für die tägliche Sicherung mehr als ausreichend. Für die wöchentliche Sicherung empfiehlt es sich, 32 GB oder mehr zu wählen. Für die monatliche Sicherung dagegen sind mindestens 125 GB notwendig. Je nach Fachrichtung werden mehr oder weniger Bilder (zum Beispiel Ultraschall) abgespeichert, sodass auch mehr oder weniger Speicherplatz notwendig wird.

 

Die Datensicherung sollte immer von derselben Person durchgeführt werden. Wenn Sie in Ihrer Praxis keine Datenschutz- oder IT-Beauftragte haben, legen Sie die Zuständigkeiten im Team klar fest: eine Verantwortliche und eine Vertretung für den Urlaubs- oder Krankheitsfall.

 

PRAXISHINWEIS | Achten Sie bei der Aufbewahrung von Speichermedien auf ein sicheres und geeignetes Umfeld. Sie sollten nicht frei zugänglich sein und zudem vor Magneten, Temperaturschwankungen, usw. geschützt sein. Wählen Sie eine klare Beschriftung, um versehentliches Überschreiben zu vermeiden.

Quelle: Ausgabe 06 / 2015 | Seite 16 | ID 43218857