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· Fachbeitrag · Praxis-IT

Windows 10 - Heute schon umsteigen?

von Marie Reiter, MFA, Düsseldorf, www.deinberichtsheft.de

Windows 10 - die Systemanforderungen

| Zurzeit bietet Microsoft allen Nutzern, die eine Lizenz für Windows 7 oder 8 besitzen, bis Ende Juli 2016 einen kostenlosen Download von Windows 10 an. Wenn Sie also in Ihrer Praxis eines dieser Betriebssysteme nutzen, können Sie es bis dahin kostenlos aufrüsten. Aber: Was kann die kostenlose Version von Windows 10 wirklich? Wo liegen die Grenzen? Wann sollten Sie umsteigen und wie sollten Sie den Wechsel vorbereiten? Die Fragen darauf beantwortet der folgende Beitrag. |

Windows 10: Was ist neu?

Die Vorteile des neuen Betriebssystems zeichnen sich überwiegend dadurch aus, dass es benutzerfreundlicher und sicherer geworden ist. Allerdings hat das System - wie jede neue Software - noch ungelöste Probleme. Hier ein Überblick.

 

  • Windows 10 - Neuheiten und Probleme
Vorteile
Ungelöste Probleme
  • Statt der „Kachel-Optik“ von Windows 8 verwendet Windows 10 nun wieder den klassischen Windows-Desktop mit Startmenü (ähnlich wie bei Windows 7 und früheren Versionen).
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  • Für PC, Notebook, Tablet und Smartphone gibt es jetzt nur noch ein einziges Betriebssystem. Diese einheitliche Software-Plattform erlaubt eine bessere Synchronisation der Geräte untereinander.
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  • Mobile-Office-Apps erlauben es nun, Office-Dokumente auch unterwegs zu lesen und zu bearbeiten (auf Geräten mit Bildschirmdiagonale bis 10,1 Zoll).
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  • Schnellerer Seitenaufbau (1,12 sec) und leichtere Bedienung mit dem neuen Browser „Microsoft Edge“
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  • Nutzer mehrerer Windows Geräte können als weiteres Sicherheitselement zwei Geräte miteinander verbinden (zum Beispiel PC und Smartphone). Das eine Gerät fungiert für das andere Gerät als Token (Schlüssel) und umgekehrt. Geht eines der Geräte verloren (zum Beispiel das Smartphone), benötigen Dritte, die das gefundene Gerät widerrechtlich nutzen wollen, nicht nur die Zugangsdaten, sondern auch das zugehörige Token (in diesem Fall den PC).

 

  • Beachten Sie | Geht Ihnen das eine Gerät selbst verloren, können Sie das andere weiternutzen. Dazu genügt es, wenn Sie sich im Internet bei Microsoft mit Ihrem Konto anmelden und die sog. „Zwei-Faktor-Autorisierung“ deaktivieren.
  • Am häufigsten treten Probleme bei der Kompatibilität (Verträglichkeit) mit den Treibern auf (z. B. Nvidia). Das heißt, Programme laufen nicht flüssig und geraten ins Stocken bzw. stürzen ab.
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  • Weniger häufig sind Probleme bei der Soundwiedergabe: Die Lautstärke wird leiser oder lauter bzw. es gibt Kontaktprobleme mit einem angeschlossenen Kopfhörer.
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  • Beim Einloggen über den Fingerabdruckscanner kommt es gelegentlich zu Abstürzen.
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  • Bei bestimmten Laptops verringert sich die Laufzeit des Akkus um 28 Prozent, bei bestimmten Tablets um 10 Prozent (ohne Sparmodus).
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  • Beachten Sie | Sollten Sie auf Ihren Laptop bzw. Ihr Tablet angewiesen sein und haben wenig Möglichkeiten, das Gerät aufzuladen, sollten Sie zunächst auf das Update verzichten, bis das Problem behoben wurde.
 

Cloud Computing nun richtungsweisend

Mit Windows 10 favorisiert Microsoft zunehmend die Nutzung von Online-Software inklusive „Cloud Computing“. Dabei werden die Daten in einem externen Rechenzentrum („Microsoft OneDrive“) gespeichert. Vor allem für Patientendaten entsteht hier ein Sicherheitsrisiko (siehe PPA 08/2015, Seite 12).

 

PRAXISHINWEIS | Während des PC-Betriebs fragen nicht alle Anwendungen nach, ob sie Dateien dort ablegen dürfen. Dagegen sollten Sie in den Einstellungen entsprechende Vorkehrungen treffen oder die Microsoft Cloud erst gar nicht aktivieren. Eine detaillierte Anleitung zur Installation von Windows 10 ohne Cloud finden Sie online unter ppa.iww.de > Downloads > Arbeitshilfen.

 

Im direkten Bezug zur Cloud stehen die Office-Abo-Modelle (zum Beispiel Office 365). Auch hier werden alle Daten auf das externe Rechenzentrum OneDrive ausgelagert. Derzeit bietet die Vollversion Office 2013 noch eine sinnvolle Alternative, um dieses Sicherheitsrisiko zu umgehen. Allerdings plant Microsoft auf lange Sicht die Vollversionen auslaufen zu lassen und letztlich nur noch die Abo-Modelle anzubieten. Dennoch haben auch die Abo-Modelle (hier: Office 365) Ihre Vorteile:

 

  • Die Programme sind immer auf dem neuesten Stand.
  • Updates laufen automatisch im Hintergrund, ohne den PC zu verlangsamen.
  • Es gibt einen internen 24-h-Support, um Serverprobleme schnell beheben zu können.
  • Daten werden nach einem hohen Sicherheits-Standard verschlüsselt.
  • Neben standardmäßigen Antivirenprogrammen ist „Microsoft Forefront Online Protection“ bei Microsoft Exchange integriert: Ein hervorragender Viren- und Spamschutz für E-Mails, der ständig aktualisiert wird.

So bereiten Sie sich auf Windows 10 vor

Bevor Sie Ihr Betriebssystem auf Windows 10 umstellen, bereiten Sie sich entsprechend vor. So verhindern Sie dass der Betriebssystemwechsel Ihre komplette Praxis-IT lahmlegt.

 

  • Überprüfen Sie, ob die Spezifikationen Ihres PCs den Mindestanforderungen entsprechen, damit Ihr PC auch nach dem Upgrade problemlos läuft (siehe unten).
  • Fragen Sie beim Hersteller der jeweiligen Peripheriegeräte (zum Beispiel Scanner, Drucker, Lesegerät für Versichertenkarte) nach, ob diese auch unter Windows 10 funktionieren. Stellen Ihre Frage am besten schriftlich (mindestens per E-Mail) und lassen Sie sich die Antwort ebenfalls schriftlich geben (als mögliches Beweismittel bei Haftungsfragen).
  • Erkundigen Sie sich beim Hersteller Ihrer Arztsoftware, ob er die Software schon unter Windows 10 erfolgreich getestet hat. Auch hier empfiehlt sich der Schriftweg.
  • Vor der Installation, sollten Sie unbedingt alle Dateien auf einem externen Speicher sichern, um sich vor Datenverlusten bei Problemen zu schützen.

 

Komponente

32-Bit Betriebssystem

64-Bit-Betriebssystem

Prozessor

Prozessor oder SoC (Systemon a Chip/ Chipsystem) mit mindestens 1 GHz

Prozessor oder SoC mit mindestens 1 GHz

Arbeitsspeicher (RAM)

1 GB

2 GB

Festplattenspeicher

16 GB

20 GB

Grafikkarte

DirectX 9 oder höher mit WDDM 1.0 Treiber

Display

800 x 600 Pixel

800 x 600 Pixel

 

So sparen Sie beim Upgrade Geld

Gehören Sie zu den Nutzern der älteren Windows-Systeme wie XP oder Vista, sollten Sie für 19,90 Euro Windows 7 installieren und dann den kostenlosen Download nutzen. So sparen Sie knapp 200 Euro gegenüber der kostenpflichtigen Windows 10 Version. Wenn Sie sich für die Windows 10 Pro Version entscheiden, können Sie genauso vorgehen: Installieren Sie die Version Windows 7 Pro (für ebenfalls 19,90 Euro) und führen sie dann das kostenlose Upgrade auf Windows 10 Pro durch. Die untenstehende Tabelle zeigt Ihnen, mit welcher Windows Version ein kostenfreies Upgrade möglich ist.

 

  • Übersicht: Upgrade von Windows 7 und 8 auf Windows 10
Alte Version
Neue Version

Windows 7 Starter

Windows 10

Windows 7 Home Basic

Windows 7 Home Premium

Windows 8 und 8.1

Windows 7 Professional

Windows 10 Pro

Windows 7 Ultimate

Windows 8 und 8.1 Pro

 

Windows 10 oder nicht Windows 10?

Sollten Sie sich nicht für das neue Upgrade begeistern können, so ist dies verständlich. Der verstärkte Umgang mit der Cloud OneDrive ist immer noch umstritten. Aber auch lokal kann nicht garantiert werden, dass Daten optimal geschützt sind. Durch Systemabstürze, Missbrauch oder Zerstörung der Hardware kann es zu Verlusten kommen (siehe PPA 10/2008, Seite 11).

 

Der entscheidende Punkt ist jedoch: Microsoft stellt nach und nach den Support für die alten Windows Versionen ein (Windows XP und Windows 7 erhalten bereits keinen Support mehr). Zukünftig wird nur noch Windows 10 unterstützt werden, welches auch vorerst das letzte der Windows Produkte bleiben wird. Es wird also zunächst keine weiteren Versionen wie Windows 11 oder 12 mehr geben (lediglich große Upgrades).

Quelle: Ausgabe 12 / 2015 | Seite 16 | ID 43638712