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· Fachbeitrag · ArbeitsSchutz

Sommerhitze: Tipps für einen kühlen Arbeitsplatz

| Im Hochsommer kann der Berufsalltag auch in der Arztpraxis zur Qual werden. Im Interview mit PPA verrät Dr. med. Grita Schedlbauer, Präventionsexpertin bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), was Praxisteams für die Abkühlung am Arbeitsplatz tun können. Das Interview führte Stefan Lemberg, Redakteur PPA. |

 

Redaktion: Frau Dr. Schedlbauer, wie kann ein Aufheizen von Praxisräumen im Sommer vermieden werden?

 

Dr. Schedlbauer: Man sollte immer lüften, solange es draußen noch kühl ist. Ideal ist es, querzulüften. Wenn es draußen wärmer ist als in der Praxis, sollten die Fenster geschlossen bleiben. Begrenzen lässt sich die Aufheizung von Arbeitsräumen durch Außenrollos oder Sonnenschutzverglasung. Jalousien und Markisen sollten schon heruntergelassen werden, bevor die Sonne direkt in die Praxisräume scheint.

 

Redaktion: Wenn die Temperaturen trotzdem einmal steigen, wie warm darf es in der Praxis höchstens sein, um dort noch arbeiten zu können?

 

Dr. Schedlbauer: Ab einer Außentemperatur von 26 °C sollte der Arbeitgeber Maßnahmen zur Entlastung der Beschäftigten ergreifen (z. B. die Räume über Nacht belüften, geeignete Getränke bereitstellen), ab 30 °C Raumtemperatur ist er dazu verpflichtet. Ab 35 °C Raumtemperatur ist ein Raum ohne Vorkehrungen, wie sie bei Hitzearbeit vorgesehen sind, nicht als Arbeitsraum geeignet ( siehe PPA 08/2013, Seite 1 oben, d. R. ).

 

Redaktion: Welche Möglichkeiten gibt es noch, die warmen Tage am Arbeitsplatz besser auszuhalten?

 

Dr. Schedlbauer: Organisatorisch bietet es sich oft an, bestimmte Arbeiten in die Morgenstunden oder auf kühlere Tage zu verlagern. Dadurch kann auch Freiraum zum Abbau von Überstunden entstehen. Es empfiehlt sich zudem, locker sitzende Kleidung zu tragen, wo dieses möglich ist - bei gefährdenden Tätigkeiten wie z. B. Wundversorgung oder Blutentnahme sind die Anforderungen an das Tragen geeigneter Schutzkleidung zu erfüllen. In den Pausen kaltes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen oder - wenn sich die Möglichkeit ergibt - ein kühles Fußbad zu nehmen, hilft ebenfalls.

 

Redaktion: Was gilt es bei der Ernährung an heißen Tagen zu beachten, um im Beruf leistungsfähig zu bleiben?

 

Dr. Schedlbauer: Vor allem sollten Sie viel trinken: Schlichtes Leitungswasser ist z. B. ein hervorragender Durstlöscher. Geeignet sind auch Früchtetee und Fruchtsaftschorle. Das Essen auf mehrere Mahlzeiten mit leichten Speisen verteilen - denn das Verdauen schwerer Kost ist für den Körper Schwerarbeit.

Quelle: Ausgabe 08 / 2016 | Seite 9 | ID 44215713