· Fachbeitrag · Vorsorge
Versicherungsschutz für Auszubildende
von Wirtschaftsjournalist Michael Vetter, Dortmund
| Von den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen wie der Krankenversicherung und der Kfz-Versicherung abgesehen, ist der Abschluss von Versicherungen auch für Auszubildende in den Heilberufen grundsätzlich eine individuelle Angelegenheit. Dennoch gibt es die eine oder andere Versicherung, über die gerade junge Leute nicht diskutieren sollten. |
Die wichtigsten Versicherungen im Überblick
Am wichtigsten sind die Absicherungen gegen solche Gefahren, die für den Auszubildenden selbst oder für andere Personen existenzbedrohend wären.
Privathaftpflicht
Durch eine private Haftpflichtversicherung werden Schäden abgedeckt, die bei anderen verursacht worden sind. Oft sind Auszubildende über eine bereits bestehende Familienhaftpflichtversicherung bei den Eltern mitversichert, sodass ein weiterer Vertrag gar nicht notwendig ist. In diesem Fall sollte der Versicherer gebeten werden, den Versicherungsschutz für den Auszubildenden ausdrücklich zu bestätigen. Zudem sollten Haftpflichtversicherungen wie andere Versicherungen regelmäßig auch auf eventuelle Leistungsausschlüsse hin überprüft werden (zum Beispiel zusätzliche Tierhaftpflichtversicherung).
Berufsunfähigkeit
Aus der Berufsunfähigkeitsversicherung wird üblicherweise eine monatliche Rente gezahlt, wenn die versicherte Person wegen eines Unfalls oder einer Krankheit ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Hier steckt der sprichwörtliche Teufel jedoch im Detail der Vertragsbedingungen. Vor einem Abschluss ist kompetenter Rat, etwa durch eine Verbraucherberatung, durchaus sinnvoll.
PRAXISHINWEIS | Auch die Gesundheitsprüfung als üblicher Bestandteil der vorvertraglichen Versicherungsanforderungen sollte vom Auszubildenden als Antragsteller sehr ernst genommen werden. Oft verweigern Versicherer spätere Zahlungen, weil während der Gesundheitsprüfung falsche oder ungenaue Angaben gemacht worden sind. Ebenfalls wichtig ist die Höhe der Rente, die sich bei Auszubildenden je nach Angebot an der Höhe des aktuellen Einkommens orientiert. Hier empfiehlt sich eine Vereinbarung, diesen Rentenbetrag später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen zu können. |
Risiko-Lebensversicherung
Berufsunfähigkeitsversicherungen werden auch immer wieder vor allem mit Risiko-Lebensversicherungen gekoppelt. Diese Kombinationen sollten vor allem von jungen Leuten kritisch gesehen werden, da sie einerseits in aller Regel den Beitrag verteuern und andererseits häufig entbehrlich sind. Eine Risiko-Lebensversicherung beispielsweise ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Ehepartner oder eine Familie im Todesfall abgesichert sein soll.
Hausratversicherung
Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus eine Hausratversicherung, da viele Auszubildende bereits in einer eigenen Wohnung leben und neben der Einrichtung auch eventuelle Glasschäden versichern sollten.

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Private Altersvorsorge
Vor allem die heutige Generation junger Menschen muss für später mit einer Rentenlücke rechnen. Umso wichtiger ist es, bereits frühzeitig im Rahmen der eigenen, meist knappen finanziellen Möglichkeiten als Auszubildender an die finanzielle Altersvorsorge zu denken. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der sogenannten Riester-Rente können zum Beispiel auch private Sparpläne helfen, die Rentenlücke möglichst gering zu halten. Wichtig ist, dass beim Vergleich mehrerer Angebote darauf geachtet wird, dass die jeweils entstehenden Kosten niedrig sind und dass das angestrebte Sparziel regelmäßig überprüft wird. So bietet das derzeit äußerst niedrige Zinsniveau kaum ernsthafte Perspektiven, sich bei Geldanlagen langfristig zu binden. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist die Überprüfung der jeweiligen Kapitalentwicklung also von großer Bedeutung.
PRAXISHINWEIS | In den Vergleich verschiedener Versicherer sollten vor allem auch sogenannte Direktversicherer einbezogen werden. Durch ihre meist kostengünstigere Vertriebsstruktur sind diese häufig preiswerter als herkömmliche Versicherer. Ob Umfang und Form der Kommunikation zwischen Direktversicherer und Auszubildendem ausreicht, sollte allerdings ebenfalls bedacht werden. |
Vorsicht vor „Umdeckern“
Auszubildende gehören regelmäßig zu den bevorzugten Zielgruppen von Versicherern. Leider lassen sich daraus nicht nur Vorteile herleiten. So wird immer wieder versucht, durch Umstellen bestehender Versicherungsverträge von einer Versicherungsgesellschaft auf eine andere Veränderungen im Versicherungsschutz herbeizuführen. Dieses sogenannte „Umdecken“ kann im Einzelfall durchaus problematisch (und gegebenenfalls völlig unnötig) sein. Um Missverständnisse und Ärger bereits frühzeitig zu vermeiden, sollte der Anbieter bei jeder diesbezüglichen Offerte detailliert belegen, wo der konkrete Vorteil für den Auszubildenden liegt. Gegebenenfalls sollte dies in schriftlicher und nachvollziehbarer Form geschehen.