Praxiswissen auf den Punkt gebracht.
logo
  • Meine Produkte
    Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen.
Menu Menu
MyIww MyIww

· Fachbeitrag · Tarifvertrag

Der Tarifvertrag aus Sicht der MFA

Vier Fragen an Margret Urban, 2. stellvertretende Präsidentin, Ressort Tarifpolitik, Verband medizinischer Fachberufe e. V.

| Der Verband medizinischer Fachberufe e. V. hat den Tarifvertrag für die Seite der MFA unterzeichnet. Die Redaktion sprach mit der 2. stellvertretenden Präsidentin Margret Urban, verantwortlich für Tarifpolitik. |

 

Frage: Frau Urban, wie bewerten Sie als Interessenvertretung der MFA die Novellierung des Tarifvertrags für MFA nach einem Jahr?

 

Antwort: Im Allgemeinen findet der neu geordnete Tarifvertrag große Zustimmung. Viele MFA haben seither gemeinsam mit ihren Chefs analysiert, welche Aufgaben sie inzwischen wirklich in der Praxis ausführen und in welche Tätigkeitsgruppe sie eingestuft werden müssten. Teilweise hat unser Verband sie dabei unterstützt. Die neuen Strukturen haben aber auch gezeigt, dass nicht alle MFA die Voraussetzungen für eine höhere Tarifgruppe erfüllen. Vor allem diejenigen Kolleginnen, die sich bisher nur wenig fort- bzw. weitergebildet haben, fragen jetzt vermehrt nach, was sie tun können, um tariflich aufzusteigen.

 

Frage: Auch unsere Redaktion erhält oft solche Anfragen. Was antworten Sie?

 

Antwort: Jede(r) MFA sollte die eigenen Stärken kennen. Gleichzeitig ist es von Vorteil, mit dem Praxischef zu besprechen, mit welchen Qualifikationen man die Praxis unterstützen kann. Das kann in eine spezielle Fachrichtung gehen, aber auch in Richtung Qualitätsmanagement, Hygiene, Medizintechnik oder Patientenschulungen. Auch bei Fortbildungsinstituten, Fachverbänden der Ärzte oder der Bundesärztekammer gibt es Informationen. Unseren Mitgliedern empfehlen wir unsere Broschüre „Berufliche Perspektiven für MFA“. Hier werden auch Karrierewege vorgestellt, an die viele gar nicht denken.

 

Frage: Nur etwas mehr als die Hälfte der niedergelassenen Ärzte hält sich an den Tarifvertrag. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

 

Antwort: Unser Bestreben bleibt es nach wie vor, eine Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge zu erreichen.

 

Frage: Wie werden sich Ihrer Ansicht nach die beruflichen Perspektiven für die Berufsgruppe der MFA in den nächsten Jahren entwickeln?

 

Antwort: Die Komplexität der medizinischen Versorgung, der medizinisch-technische Fortschritt und die demografische Entwicklung werden eine Ausweitung der Delegation mit sich bringen. Die Aufgabengebiete von MFA werden sich damit einerseits vergrößern und andererseits eine verstärkte Spezialisierung erfahren. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wird steigen. Zukünftige Qualifizierungsmaßnahmen müssen diese Problematik beachten.

Quelle: Ausgabe 04 / 2014 | Seite 3 | ID 42566057