· Fachbeitrag · Tarifvertrag
AAA: Tarifvertrag für MFA findet hohe Akzeptanz
Vier Fragen an Dr. Cornielia Goesmann, Vorsitzende der AAA
| Seit 1. April gilt die zweite Stufe des Tarifvertrags für MFA. Die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) ist die Tarifpartei der Arbeitgeberseite. PPA sprach mit der Vorsitzenden Dr. Cornelia Goesmann |
Frage: Frau Dr. Goesmann, wie bewerten Sie den neuen Tarifvertrag für MFA?
Antwort: Der neue Tarifvertrag war der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt. Die Vergütung für MFA wurde auf Fortbildung, lebenslanges Lernen, Spezialisierung und delegierbare ärztliche Leistungen hin ausgerichtet. Die stärkere Leistungs- und Aufstiegsorientierung werden das Berufsbild attraktiver machen. Dies stößt bei den Ärzten auf positive Resonanz. Auch den ab 1. April 2014 geltenden Eingangsstundenlohn von 10 Euro tragen die Ärzte mit.
Frage: Ein großer Teil der niedergelassenen Ärzte ist nicht Mitglied der AAA und somit nicht an den Tarifvertrag gebunden. Welche Bestrebungen gibt es Ihrerseits, den Tarifvertrag auf eine breitere Mitgliederbasis zu stellen?
Antwort: Der Tarifvertrag für MFA wird meist durch freiwillige Vereinbarung verbindlicher Inhalt eines Arbeitsvertrags. Dies ist bei rund 50 Prozent aller Arztpraxen in Deutschland der Fall. Der Tarifvertrag findet damit schon jetzt eine hohe Akzeptanz. Diese Akzeptanz durch Überzeugungsarbeit bei den niedergelassenen Ärzten weiter zu steigern, ist Ziel der AAA.
Frage: Welche Strategien sollte eine Arztpraxis heute verfolgen, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und dauerhaft an die Praxis zu binden?
Antwort: Die Basis sind gute Arbeitsbedingungen, ein angenehmes Betriebsklima und eine leistungsgerechte Vergütung inklusive eines 13. Monatsgehalts. Der Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung sollte noch mehr genutzt werden. Weiter umfasst moderne Personalentwicklung für Arztpraxen: Rechtzeitige Suche nach geeigneten Schulabgängern für die MFA-Ausbildung, Übernahme in ein Arbeitsverhältnis, ständige Fortbildung mit Kostenbeteiligung des Arbeitgebers und/oder bezahlter Freistellung sowie strukturierte Entwicklungsmaßnahmen inklusive Teambuilding.
Frage: Worin sehen Sie dabei die größte Herausforderung?
Antwort: Moderne Personalpolitik und eine leistungsgerechte Vergütung für MFA sind mit den finanziellen Rahmenbedingungen für eine hochwertige ambulante Patientenversorgung zu vereinbaren. Die Arztpraxen benötigen finanzielle Spielräume für höhere MFA-Gehälter, Fortbildung, Qualitätsmanagement und Personalmaßnahmen. In den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen wird dies zu einer größeren Herausforderung werden als bisher, vor allem angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels.