· Fachbeitrag · Tablettenkonsum
Geringverdiener greifen besonders häufig zu Medikamenten
| Nicht nur das Alter, sondern auch die Einkommenssituation wirkt sich auf den Medikamentenkonsum aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Arzneimittelsicherheit“ der IKK classic in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut (Tochterunternehmen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung). So nehmen 62 Prozent der Bürger mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro regelmäßig Arzneimittel. Das sind fast doppelt so viele wie in der Einkommensgruppe ab 2.500 Euro. |
Vor allem wegen chronischer Erkrankungen benötigen Senioren häufig mehrere Arzneimittel. Insgesamt nehmen drei Viertel der Bürger ab 60 Jahren täglich Medikamente. Doch auch die individuellen Lebensumstände beeinflussen den Gesundheitszustand und damit den Medikamentenkonsum. Nach der IKK-Untersuchung mittels Telefoninterviews bei 1.007 Erwachsenen ab 18 Jahren trifft dies offenbar insbesondere auf die unteren Einkommensschichten mit weniger als 1.000 Euro netto monatlich zu, die zu fast zwei Drittel mindestens einmal täglich in den Arzneimittelschrank greifen. Je mehr man verdient, umso weniger hat man offenbar Medikamente nötig, sodass sich der Wert bei Verdienern mit mehr als 2.500 Euro im Monat fast halbiert.
Weitere Ergebnisse der Umfrage: In der Gesamtbevölkerung ist die Hälfte der Bürger aufgrund permanenter Beschwerden regelmäßig auf Arzneimittel angewiesen, die andere Hälfte der Bevölkerung kommt mit wenig bis keinen Medikamenten aus. Je jünger die Befragten sind, desto geringer ist der durchschnittliche Arzneimittelkonsum. Auf der anderen Seite kommen nur 18 Prozent der Senioren ohne oder mit nur wenigen Pharmapräparaten aus.