· Fachbeitrag · Medizinwissen
Zeigt her Eure Füße - was tun bei Fuß- und Nagelpilz?
von Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Ärztin und Medizinjournalistin, Nordhorn
| Mit dem Sommer naht auch wieder die Zeit des Barfußlaufens. Da möchte jeder gerne schöne und gepflegte Füße vorzeigen können. Auch in der Hausarztpraxis fragt der ein oder andere Patient um Rat. Geht es einzig um die richtige Fußpflege, sollten Sie Patienten an einen Podologen verweisen (siehe PPA 06/2013, Seite 13 ). Doch nicht wenige Patienten leiden unter Fuß- oder Nagelpilz. Ungefähr jeder Dritte hat in Deutschland bereits Bekanntschaft mit einer Pilzinfektion gemacht. In diesem Fall ist der Arzt gefragt. |
Wie erkennt man Fuß- und Nagelpilz?
Die typischen Symptome eines Fußpilzes (Tinea pedis) sind Juckreiz, die Haut kann gerötet oder auch weißlich verfärbt sein, sie schuppt, quillt auf, neigt zum Einreißen und löst sich unter Umständen ab. Meist tritt ein Fußpilz zuerst in den Zehenzwischenräumen auf, in der Regel zwischen den kleinen Zehen. Von dort kann er auf die Zehen, die Fußränder, die Fußsohle und den gesamten Fuß übergreifen. Auch kann sich der Pilz auf die Zehennägel ausdehnen.

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Ein Nagelpilz (Onychomykose) beginnt in 80 Prozent der Fälle am freien Rand des Nagels und breitet sich von dort über den gesamten Nagel aus. Selten kann er auch vom Nagelwall, dem Übergang von der Haut zum Nagel, ausgehen. Der befallene Nagelbereich ist:
- anfangs glanzlos und zeigt weiße Flecken oder Streifen,
- der Nagel verfärbt sich später weißlich bis gelblich-braun,
- die Nagelplatte ist verdickt,
- die Nägel werden brüchig und krümelig,
- der Nagel kann sich vom Nagelbett lösen.
MERKE | Ein Nagelpilz bereitet meist erst Beschwerden, wenn der Nagel bereits stark verformt ist. |
Wie entsteht eine Pilzerkrankung?
Fuß- und Nagelpilz sind Infektionserkrankungen, die meist durch Fadenpilze (Dermatophythen) verursacht werden. Der Fußpilz wird von Mensch zu Mensch durch Sporen weitergegeben. Sporen sind Überdauerungsformen der Pilze, die lange Zeit überleben können. Diese Sporen befinden sich in winzigen Hautschuppen, die sich vor allem auf den Böden von Hallen- und Freibädern, Saunen, Umkleidekabinen und öffentlichen Duschen finden. Die infizierten Hautschuppen können sich in kleinen Hauteinrissen festsetzen und schon in kurzer Zeit zu einer Infektion führen. Doch längst nicht jeder Mensch erkrankt auch an Fußpilz. Begünstigt wird deren Wachstum jedoch durch ein feucht-warmes Klima, wie es etwa bei verschwitzten Füßen der Fall ist. Daneben sind folgende Personengruppen besonders gefährdet:
- Diabetiker mit einer gestörten Durchblutung der Füße und/oder einer verminderten Wahrnehmung an den Füßen
- Menschen mit einem geschwächten Immunsystem
- Menschen mit einer gestörten Durchblutung der Füße
- Sportler, da sie häufig mit Fußpilz in Kontakt kommen, das Tragen von Sportschuhen für pilzfreundliche Bedingungen an den Füßen sorgt und Sportler häufiger kleinere Wunden an den Füßen haben
Was macht der Arzt beim Fußpilz?
In der Apotheke gibt es zahlreiche frei verkäufliche Präparate, beispielsweise als Salben oder Sprays. Bestehen Zweifel an der Diagnose eines Fußpilzes, sollte jedoch immer der Arzt konsultiert werden. Die Fußpilzpräparate sollten dann für zwei bis vier Wochen zweimal täglich angewendet werden, auch wenn die Symptome bereits früher verschwunden sind. Kürzere Behandlungszeiten führen unter Umständen zu keiner dauerhaften Abheilung der Hautschäden und zum erneuten Auftreten des Fußpilzes. Ist sich Ihr Patient unsicher bezüglich des Therapieerfolgs, sollte er nochmals den Arzt konsultieren.
Was macht der Arzt beim Nagelpilz?
Häufig erkennt der Arzt schon bei der Betrachtung der Zehennägel, dass ein Nagelpilz vorliegt. Um seine Diagnose zu sichern, kann er Nagelspäne vom Randbereich des betroffenen Nagels entnehmen und mikroskopieren. So kann er feststellen, ob eine Nagelinfektion vorliegt. Um nachzuweisen, welcher Pilz für die Infektion verantwortlich ist, legt er eine Pilzkultur an.
MERKE | Ein Nagelpilz sollte immer ärztlich therapiert werden. Die Behandlung ist oft aufwendig und langwierig. Eine unsachgemäße Therapie kann die Infektion verschlimmern und unnötig in die Länge ziehen. |
Ist weniger als die Hälfte des Nagels befallen, wird das pilzinfizierte Gewebe mithilfe einer Fräse oder eines Lasers entfernt und ein Antipilzlack aufgetragen. Ist eine größere Fläche des Zehennagels infiziert, sollte der Patient zusätzlich ein Antimykotikum (Antipilzmittel) in Tablettenform einnehmen.
Geduld ist gefragt
Die Therapie des Nagelpilzes ist langwierig und bedarf der regelmäßigen Mitarbeit des Patienten. Antimykotika müssen solange angewendet werden, bis der Nagel gesund nachgewachsen ist. Das dauert je nach Therapie und Befall des Nagels mindestens drei Monate, kann aber auch mehr als sechs Monate Zeit in Anspruch nehmen.
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Damit es erst gar nicht zu Fuß- und Nagelpilz kommt, sollten Sie Ihren Patienten einige Tipps an die Hand geben:
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Weiterführender Hinweis
- Podologie - die Lehre vom Fuß (PPA 06/2013, Seite 13)