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· Fachbeitrag · Fortbildung

Kapseln, Pillen oder Zäpfchen? - Fortbildungen zum Thema Arzneimittelversorgung

von Maria Petersen, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg, www.mbmed.de 

| Innerhalb der Arzneimittelversorgung von Patienten übernehmen MFA viele delegierbare Tätigkeiten. Sie unterstützen Ärzte in der Pharmakotherapie und Patienten in der Arzneimittelanwendung. Bei älteren Menschen ist die medikamentöse Therapie oft komplizierter als bei jungen Menschen und stellt daher besondere Anforderungen an das gesamte Praxisteam. Fortbildungen für MFA zum Thema Arzneimittelversorgung bieten die Möglichkeit, sich auf diesem Gebiet zu spezialisieren. |

Medikamentenversorgung im Alter - eine Herausforderung für den Praxisalltag

Das Risiko für chronische Erkrankungen steigt im Alter. Ob Arthrose, Bluthochdruck oder Diabetes, oft leiden ältere Menschen an mehreren Krankheiten gleichzeitig (Multimorbidität) und nehmen darum verschiedene Medikamente parallel ein. Um Neben- und Wechselwirkungen möglichst gering zu halten beziehungsweise zu vermeiden, müssen Ärzte die Arzneimittel gut aufeinander abstimmen und bei der Dosierung auch altersbedingte physiologische Veränderungen des Körpers bedenken.

MFA sind für die Medikamentenversorgung unentbehrlich

MFA nehmen im Bereich der Arzneimittelversorgung viele unterstützende und vorbereitende Tätigkeiten wahr. Nach Anweisung der Ärzte bereiten sie Arzneimittelgaben vor oder unterstützen Patienten in der Arzneimittelanwendung. Gerade ältere Patienten stellen eine besondere Herausforderung dar. Es kommt vor, dass sie die Medikationsempfehlung der Ärzte wieder vergessen oder gar nicht verstanden haben, oder den Beipackzettel nicht entziffern können. MFA sind dann meistens Ansprechpartner für Patientenfragen. Sie erklären Darreichungsformen und Einnahmemodalitäten.

 

Außerdem müssen MFA die sich ändernden gesetzlichen Vorgaben zur Arzneimittelversorgung beachten und den sich wandelnden Arzneimittelmarkt im Blick haben. Für MFA ist daher wichtig, regelmäßig ihr Wissen im Bereich der Arzneimittelversorgung zu erweitern und zu vertiefen.

Fortbildung „Arzneimittelversorgung“

Für MFA gibt es Fortbildungen zu diesem Thema, die sich inhaltlich an dem Fortbildungscurriculum „Nicht-ärztliche Praxisassistentin“ der Bundesärztekammer ausrichten. Ein Kurs umfasst acht Stunden und gliedert sich in vier thematische Abschnitte. Anbieter sind beispielsweise die Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der KV Westfalen-Lippe sowie die Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung.

Patienten bei der Anwendung von Arzneimitteln unterstützen

Um eine gezielte und optimale Wirkung zu erzielen, werden Medikamente auf unterschiedliche Weise und an unterschiedlichen Orten des Körpers verabreicht - beispielsweise subkutan, intravenös, oral oder rektal. Die Darreichungsform, also die Art, wie das Medikament zubereitet ist, das Einnahmeverhalten und die Einnahmezeiten haben Einfluss auf Wirkung und Verträglichkeit von Arzneimitteln. MFA lernen im Kurs, wie sie Patienten bei der Anwendung von Arzneimitteln mit unterschiedlichen Applikations- und Darreichungsformen und im Einnahmeverhalten unterstützen können. Ergänzend dazu geht dieser Fortbildungspunkt ebenfalls auf die Besonderheit bei perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG) sowie auf die transnasale Sonde und Radiotherapeutika ein.

Grundlagen der Arzneimitteltherapie im Alter

Viele Medikamente wirken im Alter anders. Die Fortbildung vermittelt daher unter dem Aspekt der altersbedingten physiologischen Veränderungen hierzu wichtiges Wissen. Besprochen werden Änderungen in der Aufnahme von Arzneistoffen, der Pharmakokinetik und der Verteilungseigenschaften von Medikamenten im Körper. Hepatische Metabolisierung, renale Elimination und Veränderungen in der Pharmakodynamik stehen ebenfalls auf dem Plan. Da gerade ältere Patienten mehrere Medikamente parallel einnehmen, vermittelt dieser Fortbildungsabschnitt auch wichtige Informationen zur Interaktion bei Mehrfachtherapie.

Den Arzt unterstützen bei Pharmakotherapien im Alter

MFA unterstützen Ärzte bei speziellen Pharmakotherapien. Entsprechend der im Alter häufig auftretenden Erkrankungen informiert dieser Themenkomplex über Medikamente und Wirkstoffgruppen, die in der Behandlung älterer Menschen eine besondere Rolle spielen. Hierzu zählen: Analgetika, Herz-Kreislauf-Medikamente und Psychopharmaka. Ebenso werden Hormontherapie und Osteoporosemedikation im Kurs behandelt.

Erfassen der Eigenmedikation der Patienten

Viele Patienten nehmen nicht nur die vom Arzt verordneten Arzneimittel ein, sondern greifen in Eigenregie auf rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke zurück. Der letzte Themenbereich widmet sich darum den nicht verordnungsfähigen Medikamenten und Wellnesspräparaten. Dieser wichtige Aspekt wird für MFA im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Erfassens der Eigenmedikation von Patienten vermittelt.

 

Weiterführende Hinweise

  • Weitere Informationen zu Terminen und Kosten erhalten Sie bei den Anbietern: Der Akademie für Ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (www.aekwl.de) sowie bei der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung 
(www.akademie-nordrhein.de):
  • Tipp: Erfragen Sie weitere Anbieter bei den jeweiligen Ärztekammern.
Quelle: Ausgabe 06 / 2013 | Seite 16 | ID 35284800